zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 20:06 Uhr

Tabletten, Sucht, Vorwürfe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verfahren gegen einen 34-jährigen Oldesloer wurde gegen Geldbuße an Kinderhaus eingestellt

Die Erleichterung war dem Angeklagten anzusehen. Sven W. (Name geändert) musste sich vor dem Amtsgericht Ahrensburg verantworten. Der Vorwurf gegen den 34-jährigen Oldesloer: Unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln und Arzneimitteln. Doch das Gericht stellte das Verfahren vorläufig ein, Sven W. muss eine Geldbuße von 300 Euro ans Kinderhaus zahlen. Der zurzeit arbeitslose Kfz-Mechaniker kann sie in sechs Raten bezahlen.

Beschuldigt hatten ihn zwei ehemalige Partnerinnen, mit denen er kurzfristige Beziehungen hatte. Der Vorwurf: In insgesamt 15 Fällen habe er ihnen Marihuana verkauft, in Portionen zu jeweils 20 Euro. Außerdem habe er in Lübeck 15 Portionen Viagra erworben und zu je 7 Euro weitergegeben. „Das sind Lügengeschichten“, sagte Sven W. vor Gericht. Die eine Zeugin sei psychisch krank: „Sie wollte immer im Mittelpunkt stehen und wurde von Polizei und Amtsarzt ins Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus eingeliefert.“ Das Sorgerecht für ihre zwei Kinder habe ihr das Jugendamt entzogen. „Sie wollte mir deshalb eins auswischen.“ Auch die zweite Kurzzeit-Partnerin habe ein Suchtproblem. „In jeder Schublade bei ihr lagen irgendwelche Tabletten herum.“ Er selbst habe auch nie „Gras“ gekauft. „Ich bin erst durch diese Frauen in Kontakt damit gekommen, sie haben es sich selbst gekauft.“ Er selbst habe es nur alle paar Wochen mitgeraucht, die Frauen hingegen täglich. Beide Zeuginnen litten unter Persönlichkeitsstörungen, argumentierte seine Anwältin. Beide Frauen waren trotz Ladung als Zeuginnen nicht vor dem Gericht erschienen. Auch angesichts der Aktenlage hatten auch Richter und Staatsanwalt erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Zeugenaussagen. „Sie sind nicht überzeugend“, so Richter Holtkamp, der Staatsanwalt teilte diese Sorgen. Mildernd wurde berücksichtigt dass der Angeklagte keinerlei Vorstrafen hat und drei kleine Kinder versorgen muss.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen