Krempe : Sylter Früchte für die Gilde

Zitronenlieferant Wolfgang Hahn fuhr in einer schmucken Ente vor. Foto: wittmaack (2)
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Zitronenlieferant Wolfgang Hahn fuhr in einer schmucken Ente vor. Foto: wittmaack (2)

Die Zitronen für das große Gildefest kommen diesmal von der Nordseeinsel - versichert jedenfalls Lieferant Wolfgang Hahn

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29. Juni 2013, 09:20 Uhr

Krempe | Es regnete. Es war kalt. Und windig sowieso. Doch von derartigen Wetterunbilden lassen sich die Kremper ihr Gildefest nicht vermiesen. Das bewiesen am Donnerstagabend rund 200 Schaulustige, als mit der Zitronenübergabe der Startschuss für die Feierlichkeiten fiel. Kurzfristig disponierten die Veranstalter um und verlegten das Fahnenschwenken vom Pausenhof der Gemeinschaftsschule auf den Sporthallen-Parkplatz. Den Auftakt machten die Jungfahnenschwenker, ehe die "Großen" ihr Können zeigten.

Mittendrin im bunten Gewusel: Zitronenlieferant Wolfgang Hahn. Schon dessen Ankunft war ein Erlebnis. Vorgefahren wurde in einer schmucken Ente und im Gepäck hatte Hahn natürlich die Hauptzutat des Abends: knallgelbe Südfrüchte der saftigsten Art. Wobei "Südfrucht" dieses Jahr nicht ganz zutraf. Denn die Zitronen des Jahrgangs 2013 wurden auf der Nordseeinsel Sylt gezüchtet. Zumindest versicherte dies Hahn in seiner launig-heiteren Ansprache. Mit Blick auf das Herbstwetter versprach der Zitronenlieferant, sich noch einmal beim Verantwortlichen für eine Besserung bis zum großen Gildemontag einsetzen zu wollen. Dem Gildefest wünschte Hahn "ein gutes Gelingen".

An den Fahnenschwenkern kann es übrigens nicht liegen, sollte der Wettergott weiter zürnen. Denn trotz Regen und Wind zerteilten drei von vier Schwenkern mit ihren Säbeln die herunterfallenden Zitronen. "Das kann sich sehen lassen", urteilte auch das fachkundige Publikum. Danach blieb den Schaulustigen nur noch, mit Kremper Bittern kräftig "Auf das Wohl der Gilde" anzustoßen und die Festtage feucht-fröhlich einzuläuten.

Der Zitronenlieferant wird während der Generalversammlung aus den Reihen der Gildebrüder gewählt und darf sich ein Jahr lang mit dem Titel "königlich privilegierter Zitronenlieferant der Alten Kremper Stadtgilde" schmücken. Was es mit der Zitronenübergabe genau auf sich hat, können selbst viele Ur-Kremper nicht so genau sagen. Logischer wäre ja eigentlich eine heimische Frucht wie Apfel oder Birne, vielleicht auch eine Erdbeere, die ja ohnehin in den kommenden Tagen zu Tausenden in der leckeren Gilde-Erbeerbowle landen wird. Vielleicht ist die süße Rote ja schlicht zu klein, selbst für den besten Säbelschwinger.

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