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Zwischenbilanz : SVE-Kapitän vom Klassenerhalt überzeugt

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jan-Ole Rienhoff, Abwehrchef des Fußball-Regionalligisten SV Eichede, zieht im Tageblatt-Interview eine erste Zwischenbilanz. Vom Klassenerhalt in der vierten Liga ist der Kapitän des SVE überzeugt.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Immer noch als Sensation wird der Aufstieg der Fußballer des SV Eichede in die vierthöchste Spielklasse wahrgenommen. Doch nach dem Höhenflug mit Siegen gegen Hannover 96 II, den Hamburger SV II und St. Pauli II, der zwischenzeitlich den achten Platz in der Tabelle bedeutete, folgte ein böses Erwachen. Neun Spiele ohne Sieg bedeuteten Platz 16 und die Winterpause auf einem ungewohnten Abstiegsrang. Für Eichedes Kapitän Jan-Ole Rienhoff ist die Art und Weise, wie das zustande kam, eine bittere Pille, aber kein Grund das Projekt Regionalliga in Frage zu stellen.

Hallo Herr Rienhoff. Wäre es despektierlich zu sagen, dass die Herbstserie himmelhoch jauchzend begann und zu Tode betrübt endete?

Natürlich hätte ich mir einen besseren Abschluss der Herbstserie für uns gewünscht. Doch wir wussten, dass Rückschläge eintreten können. Grundsätzlich sollte aber niemand vergessen, welche grandiosen Ereignisse uns die Regionalliga überhaupt ermöglicht hat. Eine Meisterschaft wurde erreicht. In der Aufstiegsrunde haben wir ungeschlagen den ersten Platz eingenommen und dadurch den größten Erfolg in der 66-jährigen Vereinsgeschichte gefeiert. Das sollte nie in Vergessenheit geraten, wenn man ein Fazit dieses Jahres zieht.

Der Saisonauftakt lief fast optimal. Zwischenzeitlich stand Eichede auf dem achten Rang. Wähnten sich dort einige Spieler vielleicht schon zu sehr in Sicherheit?

Das kann man so nicht sagen. Klar herrschte am Anfang und bedingt durch die tollen Ergebnisse reichlich Euphorie. Auch die Unterstützung der Fans, immerhin konnten wir bis zu 1000 Zuschauer bei uns im Ernst-Wagener-Stadion begrüßen, war grandios und einmalig. Trotzdem haben wir alle den Ball flach gehalten und wussten, dass wir in jeder anstehenden Partie wieder richtig Gas gegeben müssen. Doch leider spiegelte sich das nicht in den Ergebnissen und in der Tabelle wider. Viele Partien wurden unglücklich verloren, oft waren wir nicht schlechter als der Gegner.

Aber woran hat es Ihrer Meinung nach gelegen, dass dieser Bruch kam und in neun Begegnungen kein Dreier eingefahren werden konnte?

Also definitiv schon einmal nicht an unserer Fitness. Da waren wir auf Augenhöhe, konnten teilweise sogar in den Schlussminuten noch mehr zulegen. Ich glaube einfach, dass am Ende zu merken war, dass uns die Erfahrung fehlt. Außer Moritz Hinkelmann und Fabian Lucassen hatte keiner in unserer Mannschaft zuvor schon einmal in der Regionalliga gespielt. Dadurch sind wir in einigen Situationen nicht clever genug gewesen. Es fehlte die Routine. Doch woher sollte die auch kommen?

Ist das auch die Erklärung dafür, dass der SV Eichede mit vier Gelb-Roten Karten und drei glatten Platzverweisen in dieser Rubrik leider Spitze ist?

Den Karten sind schon blöde Fouls vorangegangen. Oft kamen wir den berühmten Tick zu spät, haben es dem Gegner durch schlechtes Zweikampfverhalten zu leicht gemacht. Das alles gipfelte im Spiel gegen den ETSV Weiche mit drei Platzverweisen. Vielleicht ist das aber auch einfach nur das Lehrgeld, das ein Aufsteiger bezahlt. Nichtsdestotrotz darf so etwas natürlich nicht passieren und das muss in Zukunft abgestellt werden. Aber ich bin mir sicher, dass uns das gelingen wird, ebenso wie der Klassenerhalt.

Das klingt trotz des Negativtrends und des aktuellen Abstiegsplatzes sehr optimistisch und selbstbewusst. Woraus ziehen Sie die Kraft und Hoffnung?

Ich bin mir sicher, dass wir uns weiter entwickeln werden und in der Vorbereitung weitere Grundlagen legen können, um die Voraussetzungen zu schaffen, auch in der Saison 2014/15 unseren tollen Anhängern Regionalliga-Fußball zu bieten. Dazu besteht ja auch die realistische Chance, den einen oder anderen Rückkehrer wieder im Kader begrüßen zu können. Petrik Krajinovic und Dennis Wagner würden mit ihrer Präsenz auf dem Platz sicherlich schon helfen. Aber bei den beiden müssen wir natürlich auch abwarten, wie sie sich nach der langen Verletzungspause in der auch für sie ungewohnten Spielklasse zurecht finden.

Im Januar stehen Hallenturniere an, danach geht es in die heiße Phase. Was wünschen Sie sich vor dem Auftakt am 9. Februar gegen Werder Bremen II? Sind womöglich sogar noch Spielerverpflichtungen eingeplant und erwünscht?

Grundsätzlich glaube ich, dass unsere Mannschaft stark genug ist, um aus eigener Kraft da unten raus zu kommen. Einzig im Offensivbereich wäre weitere Unterstützung wünschenswert. Dort sind wir mit Haris Huseni und Arnold Lechler zwar gut besetzt, doch dahinter fehlt es an Alternativen. Insgesamt ist es wichtig, dass wir unsere Formschwankungen in den Griff bekommen und es uns gelingt, gut in die Rückrunde zu starten und einen Lauf zu entwickeln. Dass wir dafür viel tun müssen und das nicht von alleine geht, wissen wir auch.

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