Neritz : Suchhund Gary spürt Reiterin auf

„Gut gemacht!“ Hundeführer Peter-Jörg Zimmer lobt seinen „Gary“, der einen Stoffetzen aufgespürt hat.
„Gut gemacht!“ Hundeführer Peter-Jörg Zimmer lobt seinen „Gary“, der einen Stoffetzen aufgespürt hat.

Gemeinsame Übung von Feuerwehr und scharfer Schnüffelnase der Polizei im Neritzer Forst.

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01. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Polizei und Feuerwehr suchten im Wald bei Neritz gemeinsam nach einer vermissten Reiterin. Mit dabei waren auch Schäferhund „Gary“ und Diensthundeführer Peter-Jörg Zimmer von der Oldesloer Polizei. Alles Got sei Dank nur eine Übung.

Um einen reibungslosen Ablauf bei zukünftigen Einsätzen gewährleisten zu können, haben am Wochenende die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Neritz, Grabau, Elmenhorst und Fischbek einen Sucheinsatz mit dem Oldesloer Personen-Suchhunde-Team (PSH) realitätsnah nachgestellt. Ausgangslage war die Meldung einer vermisste Reiterin in einem Waldgebiet nahe eines Gestüts zwischen Neritz und Grabau.

Im Rahmen dieser Übung, bei der nur die Wehrführungen eingeweiht waren, sollte speziell die Zusammenarbeit mit dem Personenspürhundführer der Polizei und seinem Hund sowie das zielgerichtete Vorgehen im Bereich des dichten Waldes bei Dunkelheit geübt werden. Am Ausgangspunkt der Suche auf den Gestüt bekam „Gary“ zunächst eine Geruchsprobe von einem persönlichen Teil der vermissten Reiterin. Danach führte er sein „Herrchen“ an der langen Leine offenbar sehr zielsicher durch die Feldmark. Nach mehreren hundert Metern machte Zimmer eine Pause, denn für den Hund ist eine solche Suche extrem anstrengende Arbeit. Dann musste „Gary“ noch einmal an der Tüte mit den Geruchsträger schnüffeln und schon ging es weiter. Dieses Mal in Richtung eines kleinen Waldstücks bei Grabau. Dort fand der Hund plötzlich ein abgerissenes Kleidungsstück an einer Astgabel.

Hund „Gary“ hatte seine Arbeit damit erst mal erledigt und durfte sich ausruhen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren waren von da an gefordert. Da aber das Personal der Neritzer Wehr nicht ausreichte, um das Waldstück zu durchsuchen, wurden die drei umliegenden Wehren nachalarmiert. Kurze Zeit später hatten die Einheitsführer ihre Männer zu einer langen Kette im Wald aufgestellt und die Suche begann. Schließlich fanden die Einsatzkräfte die Frau im Unterholz – völlig entkräftet, aber nahezu unverletzt.

Amtswehrführer Christian Rieken: „Das war ein tolle Erfahrung. Jetzt wissen auch wir Feuerwehrleute, wie wir uns, gerade bei einem Einsatz mit einem Hund, richtig verhalten.“ Hundeführer Peter-Jörg Zimmer lobte die Feuerwehrmänner, die sich genau so verhalten hätten, wie er es vorher angesagt habe. Das sei unverzichtbar, denn jeder Polizeihund sei auch als Schutzhund ausgebildet und wenn der plötzlich eine Bedrohung empfinde, könne das zu einer ganz anderen Situation führen.

Schäferhundrüde „Gary“ ist einer von derzeit nur vier Personenspürhunden (PSH) der Landespolizei Schleswig-Holstein. Sie werden seit 2008 zur Suche von Tatverdächtigen nach Straftaten, Lebensmüden und hilflosen Personen eingesetzt. Die Hundeführer sind mit ihren vierbeinigen Kollegen landesweit, also behördenübergreifend, im Einsatz – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Führer dieser speziell ausgebildeten Diensthunde (neben „Gary“ in Bad Oldesloe gibt es noch zwei im Kreis Segeberg und einen in Kiel) müssen regelrecht Kilometer fressen, wenn sie zu ihren Einsätzen unterwegs sind. Wegen der teilweise weiten Anfahrt zum Einsatzort geht unter Umständen wertvolle Zeit verloren.

Bei der Personensuche ist in der Regel eine Unterstützung der PSH-Teams durch zusätzliche Kräfte für Absperr-, Sicherungs- und Suchmaßnahmen erforderlich. Dafür werden der jeweiligen Situation angemessene weitere Kräfte zusätzlich angefordert. Neben Polizeibeamten, Feuerwehrleuten, ehrenamtlichen Rettungshundestaffeln (ASB, DRK, DLRG, BRH) werden in Schleswig-Holstein bei Bedarf auch Hubschrauber der Polizei Hamburg oder der Bundespolizei eingesetzt.


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