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Stormarner Tageblatt

22. November 2017 | 04:25 Uhr

Rethwisch : Stromkabel unter die Erde

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Schleswig-Holstein Netz AG investiert 3 Millionen Euro, um 36 Kilometer Mittelspannungsleitungen unterirdisch zu verlegen. Die alten Strommasten stammen noch aus den 60er Jahren.

In den Amtsbereichen Bad Oldesloe-Land, Nordstormarn und Sandesneben-Nusse werden 35 Kilometer Mittelspannungsleitungen von den Masten in die Erde verlegt. Gearbeitet wird in drei Bauabschnitten bis Ende nächsten Jahres. Die Schleswig-Holstein Netz AG investiert dafür rund drei Millionen Euro. Weitere 2,8 Millionen kostet die Erneuerung und Erweiterung des Umspannwerks in Sandesneben, die bereits in vollem Gange ist.

Als Gründe nennt Volker Mielisch von SH-Netz die Versorgungssicherheit, das Einspeisen von Wind- und Solarstrom und das Alter der Freileitungen. Die Masten in Rethwisch und Umgebung waren in den 60er Jahren aufgestellt worden. Die Kabel die unterirdisch verlegt werden, weisen zudem die doppelte Kapazität auf. Auch die Niederspannungsleitungen, die es in Klein Boden noch gibt, werden ersetzt. Die Station Treuholz, wo alles zusammenläuft, wird später sogar von Rendsburg aus fernsteuerbar sein.

Bis auf den Abschnitt zwischen Groß Boden und Stubben werden die kleinen und mittleren Masten verschwinden, die großen Masten für die Hochspannungsleitungen bleiben allerdings stehen. „Bei Mittelspannungsnetzen sind Erdkabel mittlerweile nicht mehr teurer als Freileitungen“, so Mielisch. Bei 110- und 380 KV-Leitungen sieht das anders aus, weil es auch technisch wesentlich anspruchsvoller ist.

Zwischen 2005 und 2010 hatte SH Netz – damals noch Eon Hanse – bereits 40 Kilometer Freileitungen im Süden des Kreises unter die Erde gebracht. Mit drei Millionen Euro war es ein fast gleich hoher Investitionsaufwand wie jetzt. Die Kosten können die Energieversorger allerdings über die Netzentgelte refinanzieren.

Der erste Bauabschnitt für die neue Erdverkabelung führt von Treuholz über Klein und Groß Boden sowie Stubben nach Steinhorst. Für 8,7 Kilometer Freileitungen müssen 9,7 km Erdkabel gelegt werden – weil die nicht auf direktem Weg, sondern an den Rändern von Straßen und Feldern verlegt werden.

In Ortslagen werden die Kabel 85 Zentimeter tief verlegt, an den Feldern sogar auf 1,25 Meter, damit sie nicht versehentlich mal „untergepflügt“ werden können. Für die Nutzung ihrer Flächen erhalten die Landwirte eine einmalige Entschädigung, eventuelle Ernteausfälle durch die Bauarbeiten werden ebenfalls ersetzt.

Die Gemeinde Rethwisch bekommt keine Entschädigung, obwohl die vor einem Jahr neu asphaltierte Dorfstraße in Klein Boden zumindest partiell wieder aufgerissen werden muss. Bürgermeister Jens Poppinga bat darum, die Eingriffe „so gering wie möglich“ zu halten. „Das ist für uns etwas unglücklich“, so Olaf Sitte, Chef der ausführenden Tiefbaufirma. Man werde versuchen, mit Spülbohrungen zu arbeiten, so dass nur Löcher geöffnet werden müssten.

Im zweiten Abschnitt zwischen Treuholz und Rohlfshagen werden 16 Kilometer Leitungen ersetzt, zwischen Rethwisch und Trenthorst zehn. Damit reduzieren sich die Mittelspannungs-Freileitungen in Stormarn auf rund 55 von 1100 Kilometern. Wenn die Erdkabel verlegt und die neuen Ortsnetzstationen in Betrieb sind, werden die Masten demontiert. Auch die markanten mehrstöckigen Ortsnetzstationen alter Machart werden abgerissen.

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