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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 02:20 Uhr

Strom aus dem Stadtarm

vom

Stadtwerke wollen am Mühlenwehr eine Turbine errichten / Energie für 50 Haushalte

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 05:23 Uhr

Bad Oldesloe | Es klappert die Mühle am rauschenden Bach ... - rauschender Bach, Mühlenrad, so wie es im Kinderlied besungen wird, ist es auch in Bad Oldesloe, nur dass die Kraft des Wassers schon seit vielen Jahren ungenutzt abfließt. Das soll sich demnächst ändern. Die Stadtwerke wollen das Wehr an der historischen Kornmühle zur Energiegewinnung nutzen. Der produzierte Strom reicht aus, um den Energiehunger von etwa 50 Haushalten zu decken.

Früher lief der Stadtarm am Wehr seitlich vorbei und trieb die Mühlentechnik im Gebäude an. "Das ist alles zubetoniert", erklärt Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl: "Da läuft gar nichts mehr rein." Stattdessen wollen die Stadtwerke ihre Turbine mit der Bezeichnung "Energierotor

MF-001" vor zwei der, von der Fußgängerzone aus betrachtet, rechten Wehrklappen installieren. Der linke Durchfluss soll weiterhin das hölzerne Wasserrad antreiben. An den Wasserständen, der Verteilung des Wassers oder den Strömen werde sich nichts ändern. "So wie es eingeregelt ist, soll es auch bleiben", versichert Fahl; "Wir wollen nur nutzen, was rechts rausschießt."

Das ganze hat einen ökologischen Hintergrund. Das Verhältnis, wie viel Wasser in den Stadtarm fließt und wie viel über die Sohlgleite, ist genau berechnet. Würde an dem Verhältnis etwas geändert werden, könnten Fische "falsch abbiegen" und stünden dann vor dem Mühlenwehr, dass sie gegen den Strom natürlich nicht überwinden können. Jürgen Fahl: "Das ist alles ganz genau ausbaldovert, das wollen wir auch nicht in Frage stellen." Die zukünftige Pegeleinstellung werde sich rein an wassertechnischen Anforderungen orientieren, die Stromerzeugung spiele da keine Rolle. Gleichwohl werde dem Wasser durch die Turbine natürlich Energie entzogen.

"Die Fließgeschwindigkeit verlangsamt sich dadurch etwas", bestätigt der Stadtwerke-Chef: "Aber nach 10 bis 15 Metern ist es sowieso gleich. Die Energie baut sich auf dem Stück bislang ungenutzt ab." Die Trave ist ökologisch sensibel. Deshalb sei eine FFH-Vorprüfung in Auftrag gegeben worden und habe attestiert, dass es keine Auswirkungen geben werde. In Vorgesprächen mit der Genehmigungsbehörde seien keine Bedenken geäußert worden.

Im Zuge des Klimaschutzkonzepts will die Stadt den Ausstoß von Kohlendioxid um mindestens 35 Prozent senken. Ein ehrgeiziges Ziel. Seit 2011 laufen die Planungen für das Wasserkraftwerk. Wenn alles glatt läuft, kann die Turbine noch in diesem Herbst installiert werden. 120 000 Euro stehen dafür im Stadtwerke-Haushalt bereit. Jürgen Fahl ist überzeugt: "Das rechnet sich."

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