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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 13:40 Uhr

Buntes Hobby : „Stricken muss entspannen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wolle, Nadeln und Philosophie: Die Bargteheiderin Jutta Bücker liefert Anregungen mit ihrem Buch „Die Farben des Nordens – Handgestrickt“. Für die Fotos hielten ganz normale Bargteheideirnnen und ihr Sohn her.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Bestrickend im wahrsten Sinn des Wortes ist das neue Buch von Jutta Bücker. Die Bargteheiderin möchte damit ihre Liebe zum Stricken teilen und liefert zahlreiche Anregungen und Ideen. „Die Farben des Nordens – Handgestrickt“ heißt der Titel des Werks, das im MV-Verlag in der Edition Oktopus erschienen ist.

Perfektion ist nicht das Anliegen von Jutta Bücker. „Man darf ruhig sehen, dass ein Kleidungsstück handgemacht ist“, sagt sie, „mit wenig Aufwand können tolle Sachen entstehen.“ Perfekt seien nur Maschinen.

Ohne Glanz und Glamour ist auch das Buch sehr authentisch konzipiert. Es solle darstellen, was Stricken für sie bedeutet, so die Autorin. „Wir haben auch keine Models für die Fotos engagiert“, sagt Jutta Bücker, „abgebildet sind Mädchen und Frauen aus Bargteheide, unsere Freunde und Bekannten und unser Sohn Nils.“ Die Fotos hat ihr Mann Christian geschossen. Neben den Strickereien sind nordische Landschaften und das Meer immer wiederkehrende Motive im Buch. Auch ihre Philosophie kommt darin zu Wort.

Vor sechs Jahren hat Jutta Bücker mit „Stricken fürs Baby“ bereits ein Buch zum Thema veröffentlicht. „Damals war ich enttäuscht, denn ich hatte beim Verlag kein Mitspracherecht“, sagt sie. So etwas wollte sie nicht noch einmal erleben: „Ich will völlig frei sein.“ Auf modische Trends pfeift sie, „aber was gut ist, nehme ich gern auf.“

Freiberuflich arbeitet sie seit vielen Jahren als Strickdesignerin. „Ich arbeite vor allem für Wollfirmen, die ihre neuen Garne vorstellen möchten“, sagt sie. Angefangen hat die ausgebildete Schneiderin und Absolventin einer Modeschule als Modellnäherin für eine große Modefirma in München. „Aber der Job hat mir keinen Spaß gemacht.“ Termindruck und viele Überstunden waren die Regel. „Wenn der Designer einen Tag vor der Präsentation seine Kollektion umwarf, gab es Arbeit ohne Ende.“ Und Schuld war natürlich die Näherin, wenn etwas nicht klappte.

Mit 13 lernte sie das Stricken von ihrer großen Schwester, die es ihr „aus Verzweiflung“ beibrachte. „Denn ich zog immer ihre Klamotten an, das mochte sie nicht.“ Später strickte sie für Kolleginnen und deren Kinder Jäckchen fürs Oktoberfest. „Die haben sich sehr gut verkauft, sodass mir ein Unternehmensberater riet, mich damit selbstständig zu machen.“ Ihr Mann hatte inzwischen sein Studium der Geophysik beendet und steuerte ein regelmäßiges Einkommen bei. Vor zwölf Jahren zog die Familie nach Bargteheide. „Wir haben den Norden immer geliebt, Nord- und Ostsee und den Darß besonders“, sagt sie. Dort sind auch die meisten Fotos entstanden. Stricken ist nach wie vor ein Traumberuf für Jutta Bücker. Das teilt sie mit einer wachsenden Zahl von Frauen, die das Stricken für sich entdecken. „Sie wollen kreativ sein und etwas selbst machen“, sagt sie.

Das Stricken sei zyklisch, hat sie erfahren: „Es gibt stets sieben fette und sieben magere Jahre“, zieht sie einen biblischen Vergleich: „Zur Zeit haben wir sieben sehr fette Jahre.“ Drei bis vier Tage strickt sie an einem Pullover, viele Stunden lang. „Ohne Perfektionismus, denn Stricken muss entspannen“, findet Jutta Bücker. „Mit wenig Aufwand etwas Wunderschönes kreieren“, ist ihr Ziel, „man darf gern sehen, dass es mit der Hand gemacht wurde.“

Für das gelungene Layout des reich bebilderten Buches zeichnet der Bargteheider Grafiker und Künstler Sören Clausen verantwortlich. „Er hat meinem Buch das Leben eingehaucht“, sagt Jutta Bü-cker.

Das Buch ist in der Bargteheider Buchhandlung erhältlich, es kann auch direkt bei der Autorin bestellt werden. Es kostet 22,80 Euro.
www.jbstrickdesign.de





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