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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 13:40 Uhr

Stormarn : Stress-Alarm in der Kreisverwaltung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Landrat ordnet die Aufgabengebiete neu und erhält grünes Licht zur Bildung einen neuen Fachbereichs

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Unzufriedene Mitarbeiter an der Leistungsgrenze, Fachbereichsleitung mit Burn-Out-Symptomen, immer wieder Probleme in der Organisation: Der Fachbereich 4 der Kreisverwaltung („Ordnung“!) galt seit Monaten als Sorgenkind. Das war Landrat Dr. Henning Görtz nicht verborgen geblieben. Öffentliche Sicherheit, Recht und Veterinärwesen, Wasserwirtschaft, Straßenverkehrsangelegenheiten, Abfall und Wasserschutz, sowie die Gefahrenabwehr und die Integrierte Leitstelle Süd – alles Aufgaben, des Fachbereich 4. Offenbar zu viel für das Team um Leiterin Anja Kühl. Der Betriebsärztliche Dienst (BAD) nahm eine qualifizierte Mitarbeiterbefragung vor, zwischen Februar und April 2017 gab es zehn Workshops. „Dabei konnten nicht nur Belastungssituationen beschrieben, sondern auch Vorschläge erarbeitet werden, mit denen in Zukunft Belastungen minimiert werden können“, so Görtz. „Insbesondere in dem jetzigen Fachbereich 4 wurden Belastungen festgestellt. Definiert sind diese in Zusammenhang mit Führung, Wertschätzung, Kommunikation und Zielen“, umreißt Görtz die Probleme. „Aus meiner Sicht liegt die Ursache unter anderem darin, dass dieser Fachbereich mit seinen sechs Fachdiensten zu groß ist. Man muss bedenken, dass es insgesamt 190 Mitarbeiter in sehr heterogenen Aufgabenbereichen sind, die dort tätig sind. Dazu kommen noch die drei Beteiligungen Rettungsverbund Stormarn, Abfalwirtschaft SH und das Sondervermögen Abfall“, so Görtz, der die Gründung eines Fachbereichs 6 für notwenig hält. „Die Fachdienste Öffentliche Sicherheit und die Gefahrenabwehr mit der Integrierten Leitstelle Süd werden aus dem Bereich 4 herausgelöst“, beschrieb Görtz die von ihm erdachte Veränderung. Dadurch entsteht der neue Fachbereich „Sicherheit und Gefahrenabwehr“, während Anja Kühl den dann deutlich verkleinerten Bereich „Besondere Ordnungsangelegenheiten“ leitet. „Wir tragen die Idee des Landrats mit. Wir wünschen dem neuen Fachbereich 6 ein gutes Gelingen und dem neuen Leiter viel Glück“, so Margot Sinnig (SPD). Auch Joachim Wagner (CDU) betonte, dass der Schritt dringend notwendig sei. Die Grünen im Kreistag wollten die Umstrukturierung nutzen, dann auch gleich ein Umweltamt als Fachbereich zu schaffen. „Dass Abfall, Wasser und Bodenschutz sowie Naturschutz in verschiedenen Fachbereichen sind, macht keinen Sinn. Würde man diese Dienste zusammenfassen, hätten wir ein neues Umweltamt“, argumentierte Sabine Rautenberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Es kann nicht sein, dass die Grünen nun diese wichtige und notwendige Veränderung nutzen wollen, um durch die Hintertür ihr Umweltamt zu bekommen, das aus guten Gründen nach Ausscheiden des ehemaligen Leiters Hans-Gerd Eissing aufgelöst worden war“, monierte Wagner: „Der Landrat entscheidet, wie er seine Verwaltung aufstellt. Wir können zustimmen oder sagen, dass wir es nicht so wollen. Aber wir sagen nicht, wie die Struktur auszusehen hat. Der Landrat möchte das Umweltamt nicht. Das gilt es endlich mal zu akzeptieren“, so Wagner weiter. „Der Naturschutz ist übrigens im Bereich von Klaus Kucinski aus unserer Sicht auch erstklassig aufgehoben“, so Wagner. „Schuster, bleib bei deinen Leisten. Der Landrat ordnet seine Verwaltung so, wie er damit effektiv arbeiten möchte. Wir können Wünsche äußern, das war es dann auch. Das müssen auch die Grünen verstehen. Außer Ihnen will niemand ein Umweltamt“, so Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Da es keine eingereichten Widersprüche gegen die Strukturreform gibt, wird sie also vom Kreistag zur Kenntnis genommen und damit akzeptiert“, erklärte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth. In der Kreisverwaltung wird ein Fachbereich 6 geschaffen. Zum Fachbereichslei

ter wurde Andreas Rehberg bestimmt.

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