Ahrensburg : Streit um eine Stabsstelle

Angelika Andres  vor dem Rathaus.
Foto:
1 von 2
Angelika Andres vor dem Rathaus.

Angelika Andres soll Stadtmarketing machen, weil die Stadt die Bauamtsleiter-Stelle braucht.

von
19. Januar 2015, 12:30 Uhr

Haushalt und Stellenplan stehen heute im Hauptausschuss und am nächsten Montag in der Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung. Den städtischen Etat in dieser Form lehnen die meisten Fraktionen ab. Auch beim Stellenplan könnte es Streit um die „Stabsstelle strategische Stadtentwicklung“ geben. Die Position hat Bürgermeister Michael Sarach für die ehemalige Bauamtsleiterin Angelika Andres in den Stellenplan geschrieben. „Die Schaffung einer Marketingstelle war von der Stadtverordneten abgelehnt worden“, ärgert sich FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Bellizzi. Mit der Besetzung habe der Bürgermeister die Politik hintergangen.

„Das war mit den Fraktionen abgeklärt“, sagt dagegen Verwaltungschef Michael Sarach. Der hatte Angelika Andres im Frühjahr als Bauamtsleiterin abberufen, nachdem sie monatelang krank geschrieben war – „mit Zustimmung der Politik“, die damit den Weg frei machte für eine Neubesetzung der Bauamtsleitung.

Ein Mitspracherecht haben die Stadtverordneten nur bei Leitungspositionen. Alles andere fällt in die Zuständigkeit des Verwaltungschefs, und der wies Angelika Andres, der als Beamtin eine „amtsangemessene Beschäftigung“ zusteht, das Stadtmarketing als eine nach A  14 dotierte Stabsstelle zu.

Dass die Politik so eine Lösung mitgetragen habe, bestreitet Bellizzi: „Alle waren dafür, die Bauamtsleiterstelle schnell wieder zu besetzen.“ Das sei etwas völlig anderes, als eine „Marketingstelle durch die Hintertür“ zu schaffen. Die hatten die Stadtverordneten in der Vergangenheit abgelehnt, unter anderem weil man die vom Bürgermeister vorgeschlagene Person nicht für ausreichend kompetent hielt. Das gelte jetzt auch für Angelika Andres, sagt Bellizzi: „Sie ist als Bauingenieurin nicht für Marketing qualifiziert.“

SPD-Fraktionschef Hartmut Möller sieht das weniger dramatisch. Die Stadt habe schließlich niemanden für die Stelle gesucht, und der alte Beschluss würde mit einem neuen Stellenplan ja automatisch aufgehoben. Zudem könne man von Führungspersonen „eine gewisse Flexibilität erwarten“, wenn sie eine neue Aufgabe bekommen.

Im Stellenplan tauchte Wirtschaftsförderung/Citymanagement zuerst 2010 als Angestellten-Stelle mit Entgeltgruppe 12 auf. Gesucht wurde jemand mit Erfahrungen aus der freien Wirtschaft. Daraus wurde im Plan für 2012 eine Stabsstelle mit der Laufbahnbefähigung zum Beamten in gehobenem oder höheren Dienst als Einstellungsvoraussetzung. Und genau das lehnten die Stadtverordneten 2011 auf Antrag der CDU mehrheitlich ab.

Dass es nun doch so kommen soll, hält CDU-Fraktionschef Tobias Koch für keine glückliche Lösung, trotzdem wollen die Christdemokraten zustimmen, damit die Bauamtsleitung besetzt werden kann. Im öffentlichen Dienst nimmt der Stelleninhaber die Stelle nämlich mit, wenn er eine neue Aufgabe zugewiesen bekommt. Für den Hauptausschuss am 19. Januar um 19.30 Uhr im Peter-Rantzau-Haus hat die CDU allerdings den Antraggestellt, die Stadtmarketing-Stelle mit dem Vermerk „künftig wegfallend“ zu versehen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen