Reinfeld : „Streetart“ verschönert die Stadt

Ganz eifrig bei der Sache: Philine Dusch sieht die Welt mit anderen, optimistischen Augen. Sie beklebt einen Stromkasten mit Collagen lächelnder Mitschüler und Freunde.  Fotos: fsh
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Ganz eifrig bei der Sache: Philine Dusch sieht die Welt mit anderen, optimistischen Augen. Sie beklebt einen Stromkasten mit Collagen lächelnder Mitschüler und Freunde. Fotos: fsh

25 Zwölftklässler der KGS bemalen, bekleben und besprühen 25 Stromkästen mit farbenfrohen Motiven.

shz.de von
07. Juli 2015, 17:26 Uhr

Sie trotzen den nicht enden wollenden Baustellen und der ungemütlichen Atmosphäre in der Innenstadt: 25 Schüler des Kunstkurses des zwölften Jahrgangs der Immanuel-Kant-Schule (KGS) verschönern die Karpfenstadt mit Streetart. Stromkästen vom Herrenteich bis zur KGS erstrahlen in bunten Farben.

Viele Passanten bleiben erstaunt stehen und bewundern die Kunstwerke der Zwölftklässler. „Wir wollen uns mit diesem Projekt ganz klar von Graffiti abgrenzen“, erklärt Kunstlehrerin Christine Schütze. Hier wird nicht wahllos gesprayt, sondern immer auch eine Botschaft verkündet. „Wir wollten sehen, wie Streetart mit dem Betrachter kommuniziert“, so Schütze. Ob gemalt, gesprayt oder geklebt – die jungen Künstler haben sich monatelang Gedanken über das Thema gemacht, sich mit Streetart-Künstlern beschäftigt, alles über Theorie und Praxis gelernt, bevor sie sich in die Öffentlichkeit wagten.

„Wir konnten uns ganz frei entfalten. Das war wirklich etwas Besonderes“, sagt Kaina Riefe. Sie besprüht einen Stromkasten in der Paul-von-Schoenaich-Straße mit einer Baumwurzel, die „Mutter Natur“ symbolisieren soll. Die Baumwurzeln verschmelzen mit einer Erdkugel, auf der die Schülerin die Symbole der Gefahren für unsere Welt aufmalt – Umweltverschmutzung, Hunger, Krieg, Klimawandel. Mit einem feinen Pinsel malt sie die Symbole mit Acrylfarbe auf. „Wir müssen heute noch fertig werden“, sagt Kaila und hofft, dass es nicht regnet, bevor sie zum Fixieren eine spezielle Sprühfarbe aufgetragen hat.

Ähnliche Befürchtungen haben Jana Schoer und Philine Dusch, die ein paar Häuser weiter gleich drei Stromkästen gestalten. Sie kleben Collagen mit Kleister auf. „Die Fotos von den lachenden Mündern haben wir selbst aufgenommen. Dafür mussten Klassenkameraden und Freunde herhalten“, erklärt Philine. Die beiden Schülerinnen wollen mit ihrem Kunstwerk eine positive Botschaft aussenden. „Lächele, und die Welt lächelt mit dir“ und „Die Welt ist zu schön, um die Augen zu verschließen“ malen sie auf den Stromkasten. Ein fröhlich-farbenfrohes Werk, das zum Zurücklächeln animiert. Die Botschaft von Jana und Philine: Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Keine Frage: Hier kommuniziert das Kunstwerk mit dem Betrachter. Ein kleinerer Stromkasten wird von Madita-Luisa Talies besprüht. Sie hat eine Erdkugel gestaltet, auf der sich zwei Menschen die Hände reichen. Ganz klar: Sie wünscht sich Frieden auf der Welt.

Insgesamt 25 Stromkästen, die zuvor von der Stadt Reinfeld und vor allem von der Schleswig-Holstein Netz AG zum Bemalen freigegeben wurden, bewältigen die Künstler an einem Tag. Ob Balu und Mogli, die Gemütlichkeit ausstrahlen, die Warnung vor den Gefahren der sozialen Medien, das Recht auf Meinungsfreiheit – hier haben sich die Oberstufenschüler wirklich Gedanken gemacht. Und Reinfeld ist auf zwei Kilometern durch die Innenstadt ein schönes Stück bunter geworden.

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