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Ahrensburg : Straßen sind unter die Räder gekommen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Zustand der Straßen in Ahrensburg ist katastrophal. Weil zu wenig getan wurde, drohen 26 Millionen Euro Reparaturkosten.

Gäbe es für den Zustand der Straßen in der Schlossstadt eine Bewertungsliste von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend), dann bekäme Ahrensburg eine Sieben. Das klingt hart, aber es entspricht der Realität. An unzähligen Stellen in der Stadt sind die Straßen in einem katastrophalen Zustand: Schlaglöcher, oberflächlich ausgebesserte Fahrbahndecken und manchmal gar kein Asphalt mehr.

Im Bauausschuss musste sich die Verwaltung eine vernichtende Bilanz anhören, aufgestellt vom Winsener Ingenieurbüro Thomas Wittor. Im Abstand von fünf Jahren wird das Infrastrukturvermögen der Stadt aufgelistet. Auf den ersten Blick ist das eine stolze Summe: Rund 63,7 Millionen Euro (2014 bei Einführung der Doppik), doch die Straßen werden weniger wert. Statt 27 sind es nur noch 26,7 Millionen Euro. Grund seien mangelnde oder gänzlich fehlende Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten, so Diplom-Ingenieur Wittor.

Gründe dafür seien die Finanzmittel und eine hohe Personalfluktuation im Fachdienst. Die durchschnittliche Restnutzungsdauer aller Ahrensburger Straßen, insgesamt 132 Kilometer, hat sich von 9,9 auf 7,3 Jahre verringert. „Eine Straße hat eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren, die durchschnittliche Erneuerungsgeschwindigkeit der vergangenen fünf Jahre liegt in Ahrensburg bei 548 Metern im Jahr“, hat Thomas Wittor ausgerechnet. Sollte die Stadt dieses „Tempo“ beibehalten, wird eine gerade sanierte Straße das nächste Mal in 239 Jahren erneuert.

„Das ist besorgniserregend, der Stadt drohen Reparatur- und Erneuerungskosten von rund 26 Millionen Euro“, rechnete Thomas Wittor vor, dass jährlich mindestens drei Kilometer Straßen saniert werden müssten. „Allein für die Deckenerneuerung müssten jetzt 3,4 Millionen Euro ausgegeben werden.“

Nicht viel besser fällt die Bilanz bei den Ampeln aus. In der Stadt stehen 41 Anlagen, davon sind fünf älter als 25 Jahre – sie haben die durchschnittliche Lebensdauer also bereits hinter sich gelassen. 21 dieser Anlagen, zum Beispiel am Reesenbütteler Redder, sind so alt, dass das Steuergerät „abgängig“ ist und es keine Ersatzteile mehr gibt.Eine Prioritätenliste der Verwaltung gibt jetzt einen Überblick über dringende Erneuerungsmaßnahmen. Auf den ersten drei Plätzen stehen Hagener Allee, Spechtweg und Hermann-Löns-Straße. Bei den Ampelanlagen stehen Manhagener Allee/Aalfang, Manhagener Allee/Christel-Schmidt-Allee und Fritz-Reuter-Straße/Reeshoop an der Spitze. Und weil wirklich alles aufgelistet wird, noch dies: Das alte Industriegleis im Gewerbegebiet Beimoor hat noch einen Restwert von einem Euro.

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