Bad Oldesloe : Stormarner Leuchtturmprojekt wird fortgesetzt

Machen sich gemeinsam für Inklusion in Stormarn stark: v.li. Joachim Lehmann (Vorstandsmitglied des KSV Stormarn), Professor Dr. Manfred Wegner, Verena Lemm (Geschäftsführerin des KSV Stormarn), Jörg Schumacher, (Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse) und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth.
Machen sich gemeinsam für Inklusion in Stormarn stark: v.li. Joachim Lehmann (Vorstandsmitglied des KSV Stormarn), Professor Dr. Manfred Wegner, Verena Lemm (Geschäftsführerin des KSV Stormarn), Jörg Schumacher, (Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse) und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth.

Die finanzielle Unterstützung weiterer Geldgeber hat die Zukunft des Projekts „Sport für alle – Vereine leben den inklusiven Sport“ gesichert. Das Leuchtturmprojekt kann über Februar 2019 hinaus fortgesetzt werden.

shz.de von
21. Dezember 2018, 07:00 Uhr

Das Projekt „Sport für alle – Vereine leben den inklusiven Sport“ läuft im Februar kommenden Jahres aus. Die gute Nachricht: Dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung Stormarn, dem Kreis Stormarn und der Aktion Mensch kann dieses Projekt auch danach fortgesetzt werden. Bisher hatte die Sparkassenstiftung mit rund 120 000 Euro Fördergelder die Hauptlast geschultert. „Wir können es aber nicht weiter allein finanzieren“, sagte Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftung der Sparkassen, beim Pressetermin in Grabau und war froh, dass sich weitere Geldgeber gefunden haben.

Ziel des Projektes ist die Eingliederung behinderter Menschen in die Sportvereine, um sich dort gemeinsam mit Nichtbehinderten sportlich zu betätigen. Rund 30 Gruppen, in denen zwischen fünf und 25 Sportler aktiv sind, konnten in den vergangenen Jahren von dem Sportlehrer Markus Kratz neu ins Leben gerufen werden. Damit diese auch weiter bestehen können, wird der Kreis das Projekt mit 40 000 Euro jährlich unterstützen. Von der Aktion Mensch werden für drei Jahre 120 000 Euro zur Verfügung gestellt „Allerdings müssen wir erst in Vorleistung treten und anschließend mit der Aktion Mensch abrechnen“, erklärte die Geschäftsführerin der Kreissportverbandes Stormarn, Verena Lemm. Die Stiftung der Sparkasse beteiligt sich künftig mit 20 000 Euro jährlich und übernimmt auch die Fahrzeugkosten für den neuen Sportlehrer, der die Nachfolge von Markus Kratz antritt. Für Kratz muss Ersatz gefunden werden, weil er aus beruflichen und familiären Gründen nach Hannover gezogen ist. Jörg Schumacher lobte die von Kratz geleistete „tolle Arbeit“, dem es gelungen ist, viele Vereine und Organisationen von behinderten Menschen zusammen zu bringen.

Wissenschaftlich begleitet wurde das in Land und Bund einmalige Projekt von Professor Dr. Manfred Wegner von der ISS in Kiel. In den begleitenden Untersuchungen wurde unter anderem festgestellt, dass in neu eingerichteten Gruppen die Integration Behinderter besser funktioniert. „Dort geht man lockerer und vorurteilsfreier miteinander um als in schon bestehen Gruppen, so der Professor.

Damit das Projekt weiter laufen kann wird jetzt nach einem neuen mobilen Sportlehrer gesucht, der die Gruppen im Kreis betreut, aber auch neue Kontakte zwischen Behinderten, Behindertenorganisationen und Vereinen knüpft. „Es sind schon Bewerbungen eingegangen und wir werden bald die ersten Gespräche führen“, so Verena Lemm. „Wir brauchen für das Projekt auch barrierefreie Sportstätten“, betonte unterdessen Joachim Lehmann, Vorstandsmitglied des KSV Stormarn, dessen Fachgebiet die Inklusion und Integration ist. Es habe auch vor dem Projekt bereits Behindertengruppen in den Vereinen gegeben , aber diese seien meist unter sich geblieben. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth betonte, dass die Inklusion gelebt werden müsse. Mit dem Projekt „Sport für alle – Vereine leben den inklusiven Sport“ nimmt Stormarn eine Vorreiterrolle ein. „Das Land ist eine weißer Fleck. Nur in Stormarn ist es bunt“, unterstrich Professor Wegner und bedauerte, dass es bisher beim KSV Stormarn keinerlei Anfragen von Interessenten aus anderen Kreisen gab. Dabei könnten die Stormarner bei der Einrichtung solcher Projekte behilflich sein.


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