zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Stormarner Gewerbe weiter optimistisch

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Commerzbank stellt die Zahlen einer Geschäftskundenstudie vor.

Eigentlich ist Olaf Kaminski ja ein ganz umgänglicher, fröhlicher Mensch, aber an der Stelle verfinstert sich seine Mine dann doch. „Das hat mich schockiert“, gibt der Abteilungsdirektor der Commerzbank unumwunden zu. Zum dritten Mal hat die Commerzbank bundesweit eine Geschäftskundenstudie in Auftrag gegeben.

Betriebe, Freiberufler und Handwerker bis zu einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro wurden befragt – nicht nur Kunden der Commerzbank. „Das ist die Herzkammer einer jeden Region“, ist der Leiter des Geschäftskundenbereichs überzeugt, der jetzt die regionale Auswertung vorstellte.

Nur noch gut zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten im Bereich Stormarn, Lübeck und Segeberg sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden. Im vergangenen Jahr waren es noch 92 Prozent. Im Bundesschnitt sind es aktuell 81 Prozent. Dabei ist in der Region die Zahl derer, die die Entwicklung als „sehr gut“ bezeichnen, größer geworden. Auch die Auftragsbücher sind bei 44 Prozent der Firmen besser gefüllt als im Vorjahr, nur bei jedem siebten Betrieb hat sich die Lage verschlechtert. Und beim Blick in die Zukunft sind die regionalen Unternehmen optimistischer als im Bundesdurchschnitt: 84 gegenüber 73 Prozent.

Im Detail ergibt sich allerdings eine Verschiebung. Waren 2015 noch 46 Prozent von einer Stabilisierung auf hohem Niveau ausgegangen, sind es jetzt nur noch 34 Prozent. Dafür ist die Zahl derer, die eine stabile Lage mit kurzfristigen Rückgängen erwarten, von 36 auf 50 Prozent gestiegen.

Die größte Sorge der Betriebe in der Region ist, nicht die geeigneten Fachkräfte zu finden. An zweiter Stelle rangiert die Angst vor ausbleibenden Aufträgen, gefolgt von der Befürchtung, dass die Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen könnten. Eine Angst die Olaf Kaminski aus seiner beruflichen Erfahrung nicht nachvollziehen kann: „Die Zahlungsmoral ist nicht schlecht. Es gibt keine Probleme wegen unbezahlter Rechnungen.“ Das sei zwar vereinzelt feststellbar, aber eben nicht generell.

Die Sorgen vor Fachkräftemangel sind nicht unbegründet. Für 70 Prozent der Befragten ist schon jetzt schwierig oder sehr schwierig, das richtige Personal zu finden. Meist scheitert es an mangelnden Fachkenntnisse, gefolgt von unterschiedlichen Vorstellungen zur Bezahlung. „Nicht mal die Hälfte der Betriebe schafft es, die freien Stellen innerhalb eines Monats zu besetzen. Das kann bei Kernkompetenzen richtig teuer werden“, sagt der Abteilungsdirektor.

Allerdings bildet auch nur ein Drittel der Betriebe selbst aus. Das ärgert den Banker regelrecht: „Wo soll denn das Personal herkommen, wenn es nicht ausgebildet wird?“ 35 Prozent der Firmen übernehmen alle Azubis, im Bundesschnitt sind es sogar 46 Prozent. Aber sowohl regional als auch bundesweit lassen 23 Prozent aller Betriebe ihre Azubis nach der Prüfung gehen. Da darf man wohl vermuten, dass die Not noch nicht groß genug ist und Lehrlinge als billige Arbeitskräfte gesehen werden.

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 02.Dez.2016 | 15:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen