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Bundestagswahl : Stormarn: Warum die Zahlen so spät kamen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trotz moderner EDV werden die Ergebnisse später veröffentlicht als früher. In manchen Wahllokalen wurde mehrfach gezählt, andere hatten zu viele Briefwähler.

Bad Oldesloe | Computer sollen ja die Arbeit erleichtern, aber die Technik hat auch ihre Tücken. Besonders bei einer Bundestagswahl, bei der die Zählweise genau vorgeschrieben ist. Die Wahlhelfer dürfen keine Strichlisten führen, sondern müssen erstmal alle Wahlzettel sortieren, in denen Erst- und Zweitstimme bei der selben Partei landeten. Dann werden die Stimmzettel mit gesplitteten Stimmen sortiert. und zwar nach der Zweitstimme. Dann wird noch mal umsortiert, und zum Schluss kommt die besonders diffizile Spalte 3 mit Stimmzetteln, die ungültig sein könnten.

Wenn das nicht ganz sauber gemacht wird, meckert das Programm, in das die Zahlen im Rathaus eingegeben werden. In Trittau musste gleich in mehreren Wahlbezirken nachgezählt werden, in einem sogar fünf mal. „Da liegen die Nerven dann blank“, sagt Kerstin Bacchus, Büroleiterin von Bürgermeister Walter Nussel. Erst um 22.07 Uhr gingen die Trittauer Zahlen online.

Ahrensburg und Großhansdorf waren kaum schneller, es hatte aber andere Gründe. In Großhansdorf wurde das Endergebnis wegen der Bürgermeisterwahl erst nach der Auszählung weitergegeben. In Ahrensburg lag es an den Briefwählern. „Es mussten 3000 Umschläge geöffnet werden. Das dauert“, sagt Sprecher Andreas Zimmermann.

Das späteste Stormarner Ergebnis kam allerdings aus Siek. Erst um 22.55 Uhr gingen die Zahlen aus den Amtsgemeinden online – obwohl man um 19.30 Uhr eigentlich „durch war“, so Amtsleiter Jürgen Hettwer. Zwar musste in Stapelfeld nachgezählt werden, um 20.41 Uhr ging aber die Schnellmeldung raus, so dass die Zahlen ein paar Minuten später im Netz hätten sein können.

„Wir haben dann aber einen Anruf aus Siek bekommen, dass sie noch mal nach Stapelfeld raus fahren“, so Karsten Steffen, Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg. So kam das Endergebnis erst um 22.51 Uhr in Ratzeburg an. „Wir stellen die Zahlen nach kurzer Plausibilitätsprüfung sofort online“, sagt Steffen, der sich am Sonntag ebenfalls über den schleppenden Eingang der Ergebnisse gewundert hatte.

Am schnellsten waren übrigens die Gemeinden im Amt Sandesneben-Nusse (19.50 Uhr), das Amt Schwarzenbek-Land war erst um 23.27 Uhr online. Zwölf Minuten später stand dann das vorläufige Endergebnis fest. Obwohl: Dank der Software, die Fehler gleich anzeigt, ist das vorläufige vermutlich amtlich.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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