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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 03:57 Uhr

Stormarn unter Strom

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Immer mehr regenerative Energiequellen fordern Weichenstellung / Netz-AG kauft Hochspannungsnetz

Die Energiebemühungen kommen voran, jedenfalls in Stormarn. „Bis zum Jahr 2020 verdreifacht sich die Erzeugung von regenerativem Strom fast“, sagt Ove Struck, Sprecher der Schleswig-Holstein Netz-AG. Sein Unternehmen rechne mit einem Anstieg von zurzeit knapp 100 auf 290 Kilowattstunden in Stormarn. Allein in den letzten zwölf Monaten stieg die Erzeugung um 20 Prozent. Für die Aufnahme von umweltfreundlichem Strom ins Versorgungsnetz wurden jetzt wichtige Weichen gestellt.

Die Netz-AG hat das Hochspannungsnetz gekauft. „Wir haben es von der E.on Netz Bayreuth übernommen“, sagt Carsten Hack, der technische Leiter in Ahrensburg. Im dortigen Netzcenter sind 50 Mitarbeiter beschäftigt. Eine E.on-Tochter hat damit eine andere ausgezahlt, die Entscheidungswege in der Region sind damit verkürzt worden und die Lasten können besser verteilt werden. „Wir optimieren das Netz jetzt für erneuerbare Energien“, so Hack. 40 Millionen Euro würden allein in diesem Jahr dafür investiert.

Kaufobjekt ist ein 2600 Kilometer langes Leitungssystem im Hochspannungsnetz des Landes, das mit einer Spannung von 110 Kilovolt gefahren wird. Bisher hatte die Netz-AG nur das Mittel- und Niederspannungsnetz in eigener Regie. Die großen Überlandleitungen mit Höchstspannung bleiben weiterhin beim Betreiber Tennet, der mit vielen Projekten in Verzug geraten ist. Unter einem Dach können Schwankungen und Versorgungsspitzen besser abgedeckt werden. So kann die erzeugte Energie, vornehmlich aus Wind- und Solarparks besser und verlustfreier genutzt werden.

Die regenerativen Erzeuger haben Vorrang und erhalten eine Entschädigung, wenn ihr Strom nicht transportiert und verbraucht werden kann. Das kommt vor allem an der Westküste vor, weil das Netz dort noch nicht komplett für Windstrom ausgelegt ist. In Stormarn reichen die Kapazitäten dafür schon weitgehend aus, größere Bauvorhaben gibt es zurzeit nicht. „Wenn der Windpark in Bargteheide in Betrieb geht, müssten wir dafür das dortige Umspannwerk ausbauen und eine Leitung legen“, erklärte Hack.

Mit dem Hochspannungsnetz übernimmt die Netz AG auch sechs Umspannwerke in Bargteheide, Bad Oldesloe, Ahrensburg, Glinde und Willinghusen sowie in Lübeck. Im Land wurden in den vergangenen Jahren 32 000 Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie ans Netz genommen. In Stormarn sind es zurzeit knapp 1400. Photovoltaik ist dabei noch der Schwerpunkt, dazu kommen rund 150 Biogasanlagen und Windmühlen. Im Land wird inzwischen weitaus mehr Strom erzeugt als verbraucht. „Produziert werden 5000 Megawatt, der Verbrauch liegt nur bei 1500“, erklärt Ove Struck.


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