Integrierte Rettungsleitstelle : „Stormarn soll Herr im Haus bleiben“

Stephan Rode und Markus Wölms (sitzend) bilden die neuen Disponenten aus: (v. li.) Michael Möser, Henning Gribkowski , Falco Brandl, Florian Wrage und Christian Checinski, im Hintergrund IRLS-Leiter Carsten Horn und Amtsleiterin Anja Kühl.
Stephan Rode und Markus Wölms (sitzend) bilden die neuen Disponenten aus: (v. li.) Michael Möser, Henning Gribkowski , Falco Brandl, Florian Wrage und Christian Checinski, im Hintergrund IRLS-Leiter Carsten Horn und Amtsleiterin Anja Kühl.

Es geht mal wieder um die Zukunft der IRLS: Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei in der Hansestadt Lübeck?

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05. März 2018, 06:00 Uhr

Wo wird eine neue Leitstelle gebaut? Wer baut sie? Und: Soll sie außer für Stormarn, Ostholstein und Kreis Herzogtum Lauenburg auch für die Feuerwehr- und Polizeieinsätze in der Hansestadt Lübeck zuständig sein? Und diese Fragen geht es im Wirtschafts-, Bau und Planungsausschuss am morgigen Dienstag, 6. März. Zunächst geht es um 18 Uhr in Raum D 132 der Mommsenstraße 11, aber gemeinsam mit dem Schul- und Kulturausschuss um die Erweiterung der Beruflichen Schule Bad Oldesloe.

Im Jahr 2006 wurde die gemeinsame Rettungsleitstelle von Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg in Bad Oldesloe eröffnet. 2013 kam Ostholstein hinzu, und die IRLS musste vergrößert werden. Der Umzug in die zweite Etage des Hochhauses kostete 800 000 Euro. Das war fast doppelt so teuer wie gedacht, reichte aber nur zwei Jahre, dann musste erneut erweitert werden. Für 200  000 Euro plus Technik bekam die Leitstelle auch das dritte Geschoss hinzu.

Nur ein Jahr später begann die Diskussion über einen kompletten Neubau – weil sich die Einsatzzahlen ständig erhöhen und Experten davon ausgehen, dass die Steigerungen so weitergehen werden. Ständige Personalwechsel in der Leitung der IRLS und Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung sorgten für zusätzliche Unruhe.

Die Frage, ob es bei der IRLS der drei Kreise bleiben soll oder ob man mit Polizei und/oder Feuerwehr Lübeck eine gemeinsame Leitstelle baut, wurde bereits 2016 gestellt, ist aber immer noch nicht beantwortet, und Fachbereichsleiterin Anja Kühl wurde im vergangenen Jahr die Zuständigkeit für die Leitstelle entzogen.

Zum Planungsausschuss liegen jetzt Stellungnahmen aus Lübeck und dKiel vor. Danach hat die Hansestadt Lübeck grundsätzlich Interesse an einer gemeinsamen Lösung und würde auch eine kooperativen Leitstelle zusammen mit der Polizei begrüßen. Das ist auch im Sinne des Kieler Innenministeriums, das durch den Landesrechnungshof angehalten ist, kooperative Leitstellen zu schaffen. Bei der Polizei in Lübeck wird allerdings gerade die Erneuerung von Hard- und Software geplant.

Bis jetzt ist der Kreis Herr der Leitstelle im Hochhaus der Verwaltung. Sowohl die Zuständigkeit als auch der Standort Bad Oldesloe würden bei einer Kooperation aber wegfallen. Das Land möchte einen Zweckverband als Träger und einen Standort möglichst in Lübeck. Zudem sollen alle kooperativen Leitstellen mit demselben System arbeiten. Die kürzlich unter nicht geringen Schwierigkeiten erfolgte Umstellung auf Cobra 4 wäre damit im Nachhinein einigermaßen sinnlos gewesen.

Auf der anderen Seite würde sich das Land aber an den Kosten beteiligen. Entweder baut der Land und die Kommunen mieten, oder der Zweckverband baut und das Land Schleswig-Holstein mietet. Die Krankenkassen haben die Notwendigkeit eines Neubaus grundsätzlich akzeptiert, und die Hansestadt Lübeck hat eine „Meilensteinplanung“ für eine Eröffnung im Jahr 2024 aufgestellt.

Das ist den Kreisen aber zu spät. Die Landräte wollen keine sechs Jahre warten, da sie davon ausgehen, dass das Gutachten zur Personalbemessung einen akuten Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen feststellen wird. Außerdem möchten alle drei Kreise die bisherige Struktur mit der Federführung durch Stormarn behalten. Der gemeinsame Vorschlag der Landräte läuft deshalb auf den Neubau einer IRLS am Rand von Lübeck hinaus, bei dem man sich die Optionen auf eine Erweiterung für die Hansestadt und die Landespolizei offen hält.

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