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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 20:03 Uhr

Stormarn schwarzweiß, aber bunt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kreisarchiv hat fast 40 000 Negative des Fotojournalisten Raimund Marfels erschlossen / Vorträge in elf Gemeinden

Glinde fallen Barbara Günther und Dr. Karin Gröwer sofort als Beispiel für einen Stormarner Ort ein, der sich vollkommen verändert hat. Aus dem Gutsdorf und der Industriebrache des Kurbelwellenwerks wuchs nach dem Weltkrieg ein Stadt heran, die auf dem Reißbrett geplant worden war. In Glinde beginnt heute auch die Reihe „Stormarn schwarzweiß. 1949 – 1989: Städte, Ämter und Gemeinden im Blick des Fotojournalisten Raimund Marfels“. Bis Ende Februar wird in elf Stormarner Orten Bildvorträge geben: In Hoisdorf, Oststeinbek, Ammersbek, Trittau, Reinbek, Bargteheide, Tangstedt, Reinfeld, Großhansdorf und Bad Oldesloe.

Allein aus der Kreisstadt gibt es 13 000 Negative, 4000 sind es aus Ahrensburg, 3000 aus Reinfeld, 2500 aus Bargteheide, 1300 aus Reinbek sowie rund 1000 aus Trittau und Großhansdorf. Von 1949 bis 1989 war Marfels im Kreis unterwegs. 1990 hatte der Kreis den Nachlass erworben, genau 47 319 Negative.

Fast 20 Jahre dauerte es, bis eine systematische Aufarbeitung beginnen konnte. Bis dahin gab es nur Kontaktbögen, auf denen man nach Motiven suchen konnte. 2010 erklärte sich die Jürgen-Wessel-Stiftung aus Lübeck bereit, die Digitalisierung und Dokumentation mit 225 000 Euro zu fördern, die noch auf 275 000 Euro erhöht wurden.

Eingescant wurden bei den Elbe-Werkstätten nicht nur die Bilder, sondern auch alle Artikel von Marfels. Sie halfen Barbara Günther und Dr. Karin Gröwer bei der Zuordnung: Wann und wo wurde das Bild gemacht, wer und was ist darauf zu sehen. Beide hatten unter anderem schon am Stormarn-Lexikon oder den Kultur- und Geschichtstagen mitgearbeitet.

Zweieinhalb Jahre brauchten die beiden Frauen, um die 47 319 Negative aufzuarbeiten. Manchmal ging es ganz schnell, manchmal musste man Hilfe von außen holen, manchmal ließ sich das Jahr auch nur schätzen. „Das letzte halbe Jahr war sehr mühsam, weil man sich die schwierigen Fälle aufgespart hatte“, sagen beide.

Aber sie waren auch immer mit Begeisterung dabei. „Es gibt so viele wunderschöne Aufnahmen“, sagt Karin Gröwer auf die Frage, ob sie ein Lieblingsbild hat. Für Barbara Günther ist die Sache klar: „Suppe mit Vogelspinne“. 1952 hatte Marfels Günther Raupeter fotografiert, der sich in Harksheide mit einer Schlangenfarm selbstständig machen wollte.

Die meisten Fotos stehen unter www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net zur Verfügung. „Marfels ist unser mit Abstand größter Bildbestand“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. „So etwas dürfte einmalig sein in Deutschland“, sagt Hans-Jochen Arndt von der Stiftung.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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