Fluglärm : Stormarn möchte 4-Meilen-Anflug zurück

Auf dieser Route steuern die Flieger den Flughafen Hamburg an. Die meisten drehen über Elmenhorst auf den Leitstrahl ein.
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Auf dieser Route steuern die Flieger den Flughafen Hamburg an. Die meisten drehen über Elmenhorst auf den Leitstrahl ein.

Hamburger Beauftragte für Fluglärmschutz hatte Bürgermeister zum Gespräch eingeladen.

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18. Juli 2015, 12:45 Uhr

Die Verlängerung des Endanflugs auf den Hamburger Flughafen von mindestens vier auf sieben Nautische Meilen (13 Kilometer) muss zurückgenommen werden. Das forderten Stormarner Vertreter in einem Gespräch mit der Hamburger Beauftragten für Fluglärmschutz. Die generelle Verlängerung des Anflugs habe das Lärmproblem nur aus dem Hamburger Raum auf die Umland-Gemeinden im Kreis Stormarn verlagert.

Zu dem Gespräch hatte Dr. Gudrun Pieroh-Joußen eingeladen, die als Fluglärmschutzbeauftragte den vom Hamburger Senat beschlossenen 16-Punkte-Plan mit Beteiligung der umliegenden Gemeinden umsetzen soll.

Mit am Tisch saßen Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, die Bürgermeister von Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide und Großhansdorf, der Amtsleiter von Bargteheide-Land sowie Vertreter der Deutschen Flugsicherung, des Flughafens Hamburg des Landes sowie von Hamburger Behörden.

Mit dem „16-Punkte-Plan“ zur Minderung des Fluglärms wurde auch die Verlängerung des Standard-Anflugs auf sieben nautische Meilen beschlossen. Genau das lehnen die Stormarner nun explizit ab. Während die Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg (BAW) sogar zehn nautische Meilen möchte, fordert die AG „Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst“ (FGE) die Rückkehr zu den vier nautischen Meilen. Beim Standardanflug mit sieben Meilen schwenken die meisten Maschinen in knapp 1000 Metern Höhe über Elmenhorst auf den Leitstrahl ein, bei zehn Meilen, wie es die Hamburger Initiative fordert, wäre das etwa über Bad Oldesloe der Fall. Wenn die Flugzeuge die Kurve fliegen, ist es lauter, im Sinkflug arbeiten die Triebwerke quasi im Leerlauf mit geringstem Verbrauch und geringster Lärmentwicklung. Die Belastung für 2500 Elmenhorster sieht zwar auch BAW-Sprecher Martin Mosel, weist im Gegenzug aber auf eine Entlastung für etwa 100  000 Menschen in den Walddörfern oder Ahrensburg hin.

Gegenüber der Lärmschutzbeauftragten machten die Stormarner deutlich, dass sie bei künftigen Entscheidungen frühzeitig beteiligt werden wollen. Zudem wolle man „zeitnah“ Gespräche mit der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie und den Fraktionen der Bürgerschaft führen.

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