Bad Oldesloe : Stormarn: Die Hochburg der Lkw-Kontrolleure

Baustellen, Schnee, Eis: Wenn  es dann auf der Autobahn in Stormarn kracht, sind  häufig   Lkw darin verwickelt.  Foto: st
Baustellen, Schnee, Eis: Wenn es dann auf der Autobahn in Stormarn kracht, sind häufig Lkw darin verwickelt. Foto: st

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19. März 2011, 08:31 Uhr

Bad Oldesloe | Stormarn ist nicht nur wirtschaftlich vorn, auch bei der Verkehrsdichte nimmt der Kreis die Spitzenposition ein. Das gilt sowohl bei den Zulassungszahlen als auch bei den Autobahnen. Mit A 1, A 20, A 21, A 24 und A 25 gehören fünf Autobahn-Teilstücke zu den den Revieren in Bad Oldesloe und Mölln. Im Beritt der Polizeidirektion Ratzeburg wurden mehr als 27 Prozent aller Lkw im Land kontrolliert, und jeder zweite der 3660 Lkw, dem die Weiterfahrt untersagt wurde, wurde hier an die Kette gelegt.

"Wir investieren ständig in Ausbildung, um auf hohem Niveau kontrollieren zu können", sagt Polizeidirektor Holger Meincke. Führend ist die Direktion und dabei vor allem das Bezirksrevier Bad Oldesloe auch bei Drogenkontrollen. Dass in Stormarn im vergangenen Jahr nur 200 Autofahrer unter Drogeneinfluss erwischt wurden - 2009 waren es 576 - führt Meincke auf die gute Ausbildung der Beamten zurück. "Man weiß mittlerweile, dass wir besonders aufmerksam sind."

Wenn man berücksichtigt, dass unter den Erwischten auch viele Auswärtige sind, wird die präventive Wirkung noch deutlicher. Hinzu kommt, "dass wir es häufiger geschafft haben, dass Drogen am Steuer nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet wurden", so Meincke. Der Nachweis der Fahruntüchtigkeit ist bei Alkohol mit der Promillegrenze einfach, bei Drogen geht das nur im Einzelfall.

Bei Kontrollen spielt Alkohol seit einigen Jahren ohnehin die geringere Rolle. Bei Unfällen sieht das anders aus. 150 Landstraßen-Unfälle wurden von alkoholisierten Fahrern verursacht, dabei gab es 91 Verletzte und vier Getötete. Dass die Statistik so gut wie keine Unfälle unter Drogeneinfluss ausweist, hat nicht mit Fahrtüchtigkeit zu tun: Für die Untersuchung muss es einen Verdacht geben, was bei Unfallopfern kaum möglich ist. "Meincke: "Ich glaube, dass wir wir mehr Drogenunfälle haben. Wir können sie aber nicht feststellen."

Auf den Autobahnen krachte es im vergangenen Jahr 1685 mal, 417 mal häufiger als 2009, an jedem siebten Unfall war ein Lkw beteiligt. Zu den gestiegenen Zahlen "haben die Baustellen ganz kräftig beigetragen", so Georg Ruge Leiter des Oldesloer Autobahnreviers. Befördert wurde das noch durch Schnee und Glatteis in den Wintermonaten. Trotz 33 Prozent mehr Unfälle stieg die Zahl der Verletzten (319) nur leicht an, die Zahl der Getöteten ging sogar von neun auf zwei zurück.

Auf die gleiche Formel - wesentlich mehr Unfälle, aber weniger Personenschäden lässt sich auch die Verkehrsstatistik der Polizei für die Landstraßen bringen.

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