PREMIERE : Stormarn als Rennstrecke

Das waren noch Zeiten, als Hochräder das Nonplusultra waren. Heute sind bei den Cyclassics natürlich Hightech-Räder in allen Variationen am Start. In der Zeit von etwa 9.45 bis zirka 13.30 Uhr sind die Straßen gesperrt und es gibt keine Zufahrt zur Stiftung und zum Museum in Friedrichsruh. Anreisen und abreisen können Interessierte aber natürlich per Bahn.
Das waren noch Zeiten, als Hochräder das Nonplusultra waren. Heute sind bei den Cyclassics natürlich Hightech-Räder in allen Variationen am Start. In der Zeit von etwa 9.45 bis zirka 13.30 Uhr sind die Straßen gesperrt und es gibt keine Zufahrt zur Stiftung und zum Museum in Friedrichsruh. Anreisen und abreisen können Interessierte aber natürlich per Bahn.

Cyclassics-Radler düsen dieses Mal auch durch den Kreis: Dafür müssen allerdings Straßen gesperrt werden

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09. August 2018, 06:00 Uhr

Die eigentliche Genehmigung steht noch aus, aber mittlerweile zweifelt niemand mehr, dass die Cyclassics-Radler am Sonntag, 19. August, durch den Kreis Stormarn fahren. „Ich bin froh, dass der gordische Knoten durchschlagen wurde. „Das ist eine tolle Veranstaltung für Stormarn“, sagt Landrat Henning Görtz.

Das sieht nicht jeder so. Zu Europas größten Radrennen für jedermann und Profis werden 18  000 Teilnehmer erwartet. Noch kann man sich anmelden. An den Strecken in Hamburg, Stormarn und Lauenburg werden mehrere 100 000 Zuschauer stehen. Die kurze Schleife mit 60 Kilometern führt wie in den Vorjahren durch den Hamburger Westen mit Abstecher nach Holm und Wedel.

Die neue 100 Kilometer lange Runde durch Stormarn und das Herzogtum Lauenburg führt von der Binnenalster durch den Hamburger Nordosten nach Ahrensburg und über Großhansdorf und Lütjensee weiter nach Grönwohld. Östlichster und Wendepunkt ist Koberg. Von dort geht es über Köthel, Hamfelde (Lauenburg) und Kuddewörde in den Sachsenwald. Über Friedrichsruh, Aumühle und Reinbek erreichen die Radler dann wieder Hamburger Stadtgebiet.

„Es war das erste Mal, dass wir eine so lange neue Schleife finden mussten. Das war natürlich eine Mammutaufgabe“, sagt Cyclassics-Renndirektor Thorben Lange, „für viele Beteiligte war es ebenfalls neu und hat vielleicht auch deshalb länger gedauert als gedacht.“

Die Profis des UCI-Welttour-Rennens sind 220 Kilometer unterwegs. Neben den 100 km müssen sie die kleine Schleife zweimal in Angriff nehmen. Gestartet wird an dem Sonntag zwischen 7.30 und 8.10 Uhr für die 60 Kilometer sowie von 8.20 bis 9.35 für die 100 und 160 km. Bis zu vier Stunden werden die Fahrer unterwegs sein, was Straßensperrungen für fünf bis sechs Stunden bedeutet – in denen auch die Eigentümer nicht von oder zu ihren Grundstücken kommen.

Dirk Willhöft, Leiter des Bereichs Straßenverkehr beim Kreis Stormarn, rechnet mit immensen Verkehrsbehinderungen. „Wir haben keine Erfahrungen mit solchen Großveranstaltungen. Ich weiß nicht, welche Toleranz die Leute heute noch aufbringen. Man muss es vielleicht einfach mal probieren“, sagt Willhöft. Lange hofft, dass die Stormarner die Cyclassics als positives Ereignis und nicht als Einschränkung ihrer Freiheit sehen. In den vergangenen Jahren waren die Radler durch den Landkreis Harburg gefahren. Da Freiwillige Feuerwehren ihre Mithilfe aufgekündigt und sich Anwohner massiv über Straßensperrungen beklagt hatten, hatte der Kreis seine weitere Teilnehme im August 2017 abgesagt. So warfen die Veranstalter ein Auge auf Stormarn. Allerdings hatten sie zuerst auch Straßen ausgeguckt, die als Umleitungen für Autobahnen gedacht sind. Glinde und Oststeinbek wurden aus der Schleife gestrichen, ebenso Reinbek (Baumaßnahmen) und Trittau (Baumaßnahmen sowie Schützenfest). Die nun gefundene Route preist der Veranstalter als landschaftlich reizvoll und attraktiv. „Das Feedback war sehr positiv“, sagt Lange.

Für die Streckensperrungen arbeitet der Veranstalter mit einem Sicherheitsdienst zusammen. Allerdings können auch Feuerwehren die Absperrung übernehmen. Versicherungstechnisch geht das aber nur über die Gemeinde, die auch die Gebühr vereinnahmen würde. Allerdings können Ortswehren auch anders involviert sein. Weil der Brandschutz ständig gewährleistet sein muss, müssen einige Wachen ausgelagert werden. Die Ahrensburger Wehr hat bereits beschlossen, am 19. August den ganzen Tag über in Bereitschaft zu sein. „Ich gehe davon aus, dass Ahrensburg das dem Veranstalter in Rechnung stellen wird“, sagt Stadtsprecherin Imke Bär.

>Unter Cyclassics.de gibt es eine interaktive Karte, auf der die Streckensperrung mit Uhrzeit angezeigt werden. In Stormarn beginnt es um 8.15 Uhr in Ahrensburg, um 13.30 Uhr sollten alle überall durch sein.

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