3. Liga : Stolzer Tommy Grupe führt den VfB Lübeck zum ersten Saisonsieg

Nicht nur hinten, auch vorne kompromisslos: Abwehrchef Tommy Gruppe (2.v.l.) kehrte nach überstandenem Muskelfaserriss in Köln in die Startelf zurück und köpfte den VfB Lübeck bei der Viktoria nach einem Eckball früh in Führung.
Nicht nur hinten, auch vorne kompromisslos: Abwehrchef Tommy Gruppe (2.v.l.) kehrte nach überstandenem Muskelfaserriss in Köln in die Startelf zurück und köpfte den VfB Lübeck bei der Viktoria nach einem Eckball früh in Führung.

Im achten Anlauf gelingt Aufsteiger VfB Lübeck beim 2:0 gegen Viktoria Köln der erste Saisonsieg in der 3. Liga.

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30. Oktober 2020, 21:06 Uhr

Köln | Im achten Saisonspiel hat der VfB Lübeck nicht nur erneut mitgehalten, sondern auch den lang ersehnten ersten Saisonsieg in der 3. Liga unter Dach und Fach gebracht. Beim FC Viktoria Köln setzte sich der Aufsteiger am Freitagabend mit 2:0 (2:0) durch und verließ vorerst das Tabellenende. Die schlechteste Abwehr der Liga legte dabei den Grundstein zum Erfolg – mit einer über 90 Minuten konzentrierten Leistung gegen den Ball und den Treffern der Innenverteidiger Tommy Grupe und Osarenren Okungbowa.

Landerl mit drei neuen in Köln

Eine etwas defensivere Herangehensweise hatte Rolf Landerl in Köln angekündigt und seinen Worten Taten folgen lassen. Für den in Lübeck gebliebenen Angreifer Patrick Hobsch bot der VfB-Coach mit Sven Mende einen defensiven Mittelfeldspieler von Beginn an auf, der das Zentrum vor der Dreierabwehrkette sicherte. Für den angeschlagenen Nico Rieble kehrte zudem Kapitän Grupe nach seinem Muskelfaserriss in die Innenverteidigung zurück. Sebastian Hertner feierte sein Startelf-Debüt und ersetzte auf der linken Seite Marvin Thiel.

Kompaktheit oberstes VfB-Gebot

Im ersten sportlichen Vergleich mit den Kölnern, die zuletzt beim 1:5 gegen Hansa Rostock ihre zweite Saisonniederlage kassiert hatten, ließen es die Lübecker etwas ruhiger angehen. Statt früh zu attackieren, setzte der VfB auf Kompaktheit und Mittelfeldpressing. Die frühe Führung sprang trotzdem dabei heraus: Nach einem kurz gespielten Eckball brachte Mirko Boland das Leder butterweich in den Strafraum. FC-Keeper Sebastian Mielitz kam nur zögerlich aus seinem Kasten und nicht an den Ball, sodass Grupe per Kopf aus sechs Metern seinen 14. Treffer für die Lübecker erzielte (6.).

VfB bleibt nach früher Führung dran

Eine Führung, die dem VfB Sicherheit verlieh, aber noch lange kein Ruhekissen bedeutete. Denn im bisherigen Saisonverlauf verspielten die Landerl-Schützlinge vier Mal einen Vorsprung. In Köln aber blieb der VfB diszipliniert in der Ordnung und versuchte nachzulegen. Nach 19 Minuten ergab sich die erste aussichtsreiche Kontersituation. Doch Yannick Deichmanns Flanke landete im Nirgendwo. Kurz darauf setzte Mende Pascal Steinwender ins Szene, der das Leder aus halblinker Position ans Außennetz knallte (22.). Nach Boland-Freistoß scheiterte zudem Osarenren Okungbowa an Mielitz, der auch den Nachschuss von Röser parierte (30.).

Belohnung in Form des zweiten Treffers

Der zweite Treffer lag in der Luft. Und diesmal belohnten sich die Nordlichter: Steinwender bekam am rechten Flügel keinen Druck, Ersin Zehir konnte den Ball ungehindert vor das Tor bringen – und Okungbowa am langen Pfosten mühelos die Kunstlederkugel zur 2:0-Pausenführung über die Linie drücken (39.).

Köln fehlen die Ideen gegen disziplinierte Lübecker

Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber bemüht, etwas mehr Tempo in ihre Aktionen zu bringen. Doch gegen aufmerksame Lübecker fehlte es weiter an den nötigen Ideen. Und so gehörte auch die erste Chance des zweiten Abschnitts dem VfB: Nach einer Steinwender-Flanke setzte Deichmann im Fallen den Ball aus der Nahdistanz über den Kasten (54.).

Auf der Gegenseite fand Albert Bunjaku dann doch einmal eine Lücke und probierte es auf eigene Faust – sein Schuss aus 17 Metern verfehlte den VfB-Kasten (55.). Bei Timmy Thieles Abschluss musste Keeper Lukas Raeder derweil das erste Mal eingreifen und bügelte einen Fehler Okungbowas aus (62.).

In der Schlussphase verließen die Lübecker etwas die Kräfte. Köln hatte deutlich mehr Ballbesitz. Nach einer Ecke probierte es Holzweiler aus der Distanz, verzog aber knapp (78.).

Drei Minuten später hatte der VfB die Entscheidung auf dem Fuß. Nach einem Konter scheiterte Steinwender an Mielitz, den Nachschuss setzte der eingewechselte Soufian Benyamina an den Pfosten (81.).

Freude und Erleichterung nach dem Schlusspfiff

Als wenig später Schluss war und der erste Dreier in trockenen Tüchern, war die Freude entsprechend groß bei den Lübeckern, die im Mittelkreis tanzten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. „Das war eine super Mannschaftsleistung von uns. Ich bin überglücklich und verdammt stolz auf unsere Mannschaft“, sagte Kapitän Grupe strahlend.

Statistik

FC Viktoria Köln – VfB Lübeck 0:2 (0:2)

FC Viktoria Köln: Mielitz – Handle, Klingenburg (46. Holzweiler), Hajrovic, Holthaus (71. Tubluk) – Klefisch, Fritz – Thiele, Wunderlich (61. Lorch), Cueto – Bunjaku

VfB Lübeck: Raeder – Rieble, Grupe, Okungbowa – Mende (78. Deters) – Steinwender, Zehir, Hertner (68. Benyamina) – Deichmann, Röser (81. Hebisch).

SR: Lars Erbst (Leonberg). – Zuschauer: keine.

Tore: 0:1 Grupe (6.), 0:2 Okungbowa (39.)

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