Bad Oldesloe : Störche fliegen auf Stormarn

Der Kreis Stormarn schein bei Störchen als Brutgebiet beliebt zu sein.
1 von 3
Der Kreis Stormarn schein bei Störchen als Brutgebiet beliebt zu sein.

Derzeit gibt es 31 Horstpaare im Kreis Stormarn: So viele wie nie zuvor – und Neuansiedlungen in Nienwohld Stellau und Bünningstedt.

Avatar_shz von
19. Mai 2018, 08:00 Uhr

Die ersten Störche waren in diesem Jahr schon am 28. Januar zurück und mussten teils noch lange auf ihre Partner warten. Denn im Gegensatz zu den Westziehern gab es auf der Ostrute Witterungsprobleme. Viele Störche hingen durch einen Wintereinbruch in den Karpaten in Rumänien fest. Es gab Berichte von dortigen Anwohnern, die erschöpfte Störche wieder aufpäppelten und es wurde bei den GPS-besenderten Störchen sogar beobachtet, dass diese zeitweise wieder über 100 Kilometer Richtung Süden folgen, um dem schlechten Wetter zu entgehen. Letztlich ist jedoch noch einmal alles gut gegangen und inzwischen sind auch die letzten Störche in Stormarn eingetroffen.

31 Horstpaare haben in Stormarn ihre Nester bezogen, so viele wie nie zuvor seit Beginn der Bestandsaufzeichnungen des Naturschutzbundes (Nabu) 1971. Zu verdanken ist dies insbesondere den „geburtenstarken“ Jahrgängen 2014/15, denn im Alter von zwei bis drei Jahren werden die Störche geschlechtsreif und bilden erstmals Horstgemeinschaften.

Erfreulicherweise gab es in Nienwohld, Stellau und Bünnigstedt Neuansiedlungen auf Nistunterlagen, die von Bürgerinitiativen oder Anwohnern aufgestellt wurden und bei denen die Nabu-Storchenbetreuer Kerstin Kommer und Andreas Hack (Nabu Bad Oldesloe) die Standortberatung gemacht hatten bzw. mit Nistkörben unterstützt hatten. Bünningstedt hat zehn Jahre auf sein erstes Storchenpaar gewartet! Das zeigt wie viel Geduld man haben muss, wenn man auf die Neuansiedlung eines Storchenpaares hofft.

Leider gibt es auch eine Negativmeldung, denn am 1. Mai mussten die Nabu-Storchenbetreuer in Westerau einen toten Storch unter einer der sechs Windenergieanlagen des dortigen Windparks bergen. Beine und Unterkörper waren abgetrennt und der Storch lag unmittelbar unter einer Windenergieanlage, offensichtlich ein Anflugopfer. Glück im Unglück ist an dieser Stelle jedoch, dass der tote Storch zu keinem der Horstpaare in der Nähe gehörte und im Moment davon ausgegangen wird, dass es sich um einen ziehenden Fremdstorch gehandelt hat.

Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Brutsaison nicht wie im vergangenen Jahr witterungsbedingt in einem Drama endet und diesmal viele Horstpaare erfolgreich und ohne große Verluste ihre Jungen aufziehen werden.

Weitere Informationen zu den Störchen findet man auch im Internet unter www.nabu-badoldesloe.de




zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen