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Stipendiatinnen lesen zum Abschluss ihres Aufenthalts aus ihren Werken

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 10:35 Uhr

Nach drei Monaten im Alfred-Döblin-Haus bereiten sich die jungen Literatinnen Yulia Marfutova, Bettina Hartz und Lisa-Maria Dickreiter nun auf ihre Rückkehr nach Berlin vor. Als kleines Dankeschön laden die drei Stipendiatinnen zu einer Abschlusslesung am Sonnabend, 24. August, um 19.30 Uhr nach Wewelsfleth ins Weinkontor, Dorfstraße, ein. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende für die Opfer der jüngsten Flutkatastrophe gebeten. Wie auch bei ihrer Lesung am Anfang ihres Aufenthalts, werden die drei sehr unterschiedlichen Autorinnen aus eigenen Arbeiten lesen.

Yulia Marfutova, die Jüngste unter den derzeitigen Bewohnern des Grass-Hauses, liest aus ihrer Kurzgeschichte „Jan dreht einen Film und wird gestört“, die in diesem Jahr veröffentlicht wurde. Ihrem Ziel, einen Roman zu schreiben, ist sie in Wewelsfleth näher gekommen, da ihr Manuskript im Döblin-Haus ein ordentliches Stück vorankam, wie sie sagt. Ihrem nächsten Ziel, einen Doktortitel in deutscher Literatur zu bekommen, steht sie nun ebenfalls erheblich näher, da sie als Praktikantin nach Marbach ins weltberühmte Literaturarchiv gehen wird.

Anders als Yulia Marfutova stehen Bettina Hartz und Lisa-Marie Dickreiter bereits mit beiden Beinen im Literaturbetrieb. Erstere schreibt für die Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Feuilleton Buchbesprechungen und Autorenporträts. Sie studierte neue deutsche Literatur, Musik und Theaterwissenschaften an der Berliner Humboldtuniversität und veröffentlichte 2012 ihr Buch „Auf dem Rad – Eine Frage der Haltung“. Die gebürtige Berlinerin wird auf der Abschlusslesung eine Erzählung sowie einige ihrer Gedichte vortragen.

Am bekanntesten dürfte in der jetzigen Stipendiantengruppe im Döblin-Haus Lisa-Marie Dickreiter sein. Sie schrieb den später verfilmten Roman „Vom Atmen unter Wasser“, der nicht nur wegen des sensiblen Themas Tod eines Kindes größte Beachtung fand. Während ihrer Zeit im Döblin-Haus arbeitete Dickreiter intensiv an den letzten Seiten ihres ersten Kinder- und Jugendbuchs, welches im kommenden Jahr bei Oettinger erscheinen wird. Diesem Buch um den Jungen Max werden weitere Bücher im selben Verlag folgen. Die umtriebige Autorin ist übrigens auch als Drehbuchautorin und Regisseurin bekannt. Am Abend der Lesung wird sie aus ihrer Kurzgeschichte „Der Sprung“ lesen.

Für die drei Stipendiatinnen endet im August eine intensive Zeit, die sie dank der Akademie der Künste in Wewelsfleth verbringen konnten. „Ich habe oft morgens um sechs am PC gesessen“, sagt Lisa-Marie Dickreiter, „und bin vor dem Abend nicht aufgestanden.“ Unisono erklärten die Drei vom Döblin-Haus, dass sie die konzentrierte Arbeitsatmosphäre während ihres Studiums sehr genossen haben. Dennoch kam auch das Menschsein in dieser Zeit nicht zu kurz. Mit langen Spaziergängen durch den Apfelgarten und am Deich entlang, sammelten sie nordische Impressionen. Die Besonderheit der Landschaft und die Offenheit vieler Wewelsflether beeindruckten sie.

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