zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Stillstand ist Rückschritt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der etwas andere Rückblick: Von langwierigen Bauarbeiten über Kurzfristige Meinungsänderungen und teure Kultur

Abstellgleis

Vielleicht muss das ja so. Aber bei einer Bauzeit von sieben Jahren für 20 bis 30 Kilometer Gleise, fragt man sich schon, ob das so sein muss. Natürlich ist es nicht einfach, an und neben einer Bahnstrecke herumzuwerkeln, wo weiterhin Güter- und Personenzüge fahren, die weiter benutzt wird. Aber bei geschätzten Kosten von 630 Millionen Euro keimt doch der Verdacht, dass die Länge der Bauzeit auch was mit der Finanzierung zu tun haben könnte. Das ist beim Straßenbau nicht anders. Große Projekte dauern bei uns Jahrzehnte, während in anderen Ländern eine neue Autobahn samt Brücken nach wenigen Jahren fertig ist. Unserer Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich schon mal überleget, wie die Dauerbaustellen Zukunft besser nicht aussehen sollte.

Spaßvogel

Manchmal können die Oldesloer Stadtverordneten nicht nur Krawall, nein, dann sind sie durchaus auch mal witzig. So zum Beispiel beim Thema Umbau zweier Wohnungen im Stadthaus zu Büros. Uwe Rädisch ( CDU) plädierte dafür, das im Bauausschuss zu begleiten. Einen Antrag stellte er nicht. Also konnte darüber eigentlich nicht abgestimmt werden. Als er diesen Fehler bemerkte, war es quasi schon zu spät. „Wir sind mitten in der Abstimmung, da können wir nicht noch mit einem Antrag kommen“, rüffelte ihn Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU). „Ich verlasse deswegen trotzdem nicht die Sitzung“, konterte Rädisch und erntete die Lacher. Verlassen von Sitzungen, Tagesordnungen platzen lassen oder andere Eklats – da kennen sich die Oldesloer Politiker ja mit aus.

Sinneswandel

In jüngster Zeit gibt es in der Oldesloer Politik immer wieder Debatten darüber, wer schon immer gegen irgendwas war und wer nicht. Dumm nur, dass das in den Protokollen nicht vermerkt wird. Da steht nur das Abstimmungsergebnis, nicht, wer wie abgestimmt hat. Vielleicht sollten die Abgeordneten mal über eine Änderung der Protokoll-Praxis nachdenken – gewissermaßen zum Schutz, um beweisen zu können: Ich war schon immer dagegen. Aber vielleicht ist ja auch das Gegenteil wichtiger. Frei nach Adenauer: „Was kümmert mich mein Abstimmungsverhalten von gestern.“

Theater-Geld

Mensch, macht der ein Theater! Und was für eins: ein verdammt gutes! Manfred Kutsche, seit 20 Jahren Vorsitzender des Kulturrings Bargteheide – ehrenamtlich. In dieser Zeit „haben wir nur 11 000 Euro versemmelt“, freut er sich. Betrachtet man die 1,5 Millionen Euro, mit denen in dem Zeitraum jongliert wurde, kann sich das durchaus sehen lassen. Miese bleiben aber nun mal Miese, das weiß auch die Galionsfigur des guten Theatergeschmacks. Zumal die Kosten kontinuierlich in die Höhe schnellen. Deshalb wird Kutsche in Kürze als Bittsteller an die Stadt herantreten. 19 000 Euro jährlich gibt es schon. Aber das reicht nicht. „4000 Euro mehr Zuschuss brauchen wir schon, um das Niveau in Zukunft halten zu können.“ Und die Stadt wäre gut beraten, dem Wunsch, wie bei der Kino-Digitalisierung, zu entsprechen und das Scheckbuch zu zücken. Denn solch ein Kultur-Pfund, mit dem Bargteheide seit Jahrzehnten wuchern kann, ist in Geld gar nicht aufzuwiegen.
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen