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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 00:25 Uhr

Stifter für Schloss gesucht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ambitioniertes Ziel der Stiftung: Das renovierte Ahrensburger Wahrzeichen soll sich selbst tragen

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 12:28 Uhr

800  000 Euro „schulden“ die Stadt und die Sparkasse der Stiftung Schloss Ahrensburg. Jedenfalls war das die erklärte Absicht. Nachdem Land und Kreis bei der Stiftung ausgestiegen waren, hatten Sparkasse und Stadt vereinbart, dass beide über fünf Jahre je 100  000 Euro einzahlen. Mehr als zwei halbe Mal hat Ahrensburg das nicht geschafft, und ohne städtischen Teil gibt es auch nichts von der Sparkasse.

2014 sollte es wieder eine Zustiftung geben. Da war aber das Land davor. Bevor eine Kommune stiften dürfe, müsse sie über drei Jahre einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen, ließ Kiel mitteilen. Davon ist Ahrensburg weit entfernt, und der Vertrag mit der Sparkasse läuft 2018 aus. Damit verfügt die Schlossstiftung heute über unwesentlich mehr Mittel als bei der Gründung. 1,4 Millionen Euro sind ungefähr die Hälfte dessen, was man einst optimistisch als unterstes Limit angesetzt hatte, um den Betrieb aus Einnahmen und Zinsen zu finanzieren.

Heute, in der Niedrigzinsphase, spricht Stiftungsvorstand Thomas Deistler von fünf bis sechs Millionen Euro. Trotzdem fällt seine Bilanz der vergangenen Jahre positiv aus. Dank der umfangreichen Sanierungen und Restaurierungen steht das Schloss heute besser da denn je. Und der Museumsbetrieb erwirtschaftet fast zwei Drittel seiner Kosten selbst. „Das schafft bundesweit kein anders Haus“, sagt Museumschefin Tatjana Ceynowa. Normal seien zwischen fünf und 20 Prozent.

Mehr als 260  000 Euro kamen durch Eintrittsgelder, Trauungen, den Veranstaltungen, Spenden und Finanzerträgen zusammen, das Defizit von rund 134  000 Euro übernahm die Stadt. „Wir haben das Ziel, uns vollständig aus der Stiftung zu finanzieren. Das ist ambitioniert, aber ich glaube, dass es viele gibt, die sich engagieren würden, aber gar nicht wissen, wie sie zustiften können. Denen bieten wir Rat und Hilfe an“, sagt Deistler.

Punkte sammelt man nicht nur mit dem renovierten Schloss, sondern auch mit Transparenz. Erstmals hat die Stiftung ihren Jahresbericht im Form einer Broschüre veröffentlicht, die im Schloss und in den Geschäftsstellen der Sparkasse Holstein erhältlich ist. Darin geht es nicht nur um das Museum und die Angebote des Hauses, sondern auch um die Finanzen.

Da zur Stiftung nicht nur das Schloss und die Einrichtung, sondern auch die Gewässer, Böschungen und Wiesen gehören, ist das Kapital mit 6,9 Millionen Euro angesetzt. Das Anlagevermögen beträgt aber nur 1,3 Millionen Euro. Die 3,5 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren in die Sanierung des Hauses sowie in die Teichentschlammung geflossen sind, wirken sich auf das Stiftungsvermögen nicht aus. „Es sind keine Wertsteigerungen, sondern es handelt sich um Bestandserhaltung“, erläutert Deistler.

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