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Mit Video : Stichwahl zwischen Lembke und Feldmann

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Oldesloer Bürgermeisterwahlkampf geht in die Verlängerung – die Entscheidung fällt erst in zwei Wochen. Dann stehen sich nur noch der parteilose Jörg Lembke und Jörg Feldmann (CDU) gegenüber.

Die Entscheidung ist um zwei Wochen vertagt: In einer Stichwahl zwischen Jörg Lembke und Jörg Feldmann wird am 19. Juni entschieden, wer neuer Oldesloer Verwaltungs-Chef wird.

Am Ende dauert es doch etwas länger als von Wahlleiter Malte Schaarmann vorhergesagt. Der hatte angekündigt, dass das Ergebnis gegen 19 Uhr feststehen werde. Aus dem letzten Wahlbezirk, der Schule am Masurenweg, trudeln die Ergebnisse mit 20 Minuten Verspätung ein. Erst dann steht endgültig fest: Der parteilose Jörg Lembke ist mit 39,7 Prozent der Gewinner des Abends. 1100 Stimmen dahinter folgt ihm Jörg Feldmann (CDU) mit 27,1 Prozent. Die eigentliche Überraschung sind die Plätze drei und vier. Da liegen Maria Herrmann und Politneuling Sebastian Schulz fast gleichauf. Die SPD-Kandidatin kommt auf 17,4 Prozent, der Parteilose auf 15,8 – ein Unterschied von 150 Stimmen!

Die Stadtverwaltung hatte nicht nur wie angekündigt im Foyer des Stadthauses einen Monitor aufgebaut und dort die Ergebnisse angezeigt. Auf dem Marktplatz stand ein Zelt, mit einem weiteren Bildschirm. Ein Angebot, das von vielen dankend und lobend angenommen wird. Um 18.13 Uhr trudelt das erste Ergebnis ein. Seefeld hat sich mit 45,7 Prozent für Jörg Lembke entschieden. Mitbewerber Feldmann kommt auf 28,8. Drei Minuten später meldet Poggensee satte 62,3 Prozent für den Vorsitzenden des Kreisfußballverbands. CDU-Kandidat Feldmann und Sebastian Schulz fast gleichauf mit gut 14 Prozent und die SPD-Fraktionsvorsitzende mit 8.7 Prozent weit abgeschlagen. Die Ortsteile wählen traditionell eher konservativ, aber so?

Nach und nach kommen auch die innerstädtischen Ergebnisse. Jörg Lembke gewinnt alle Wahlkreise. Nur in der Klaus-Groth-Schule ist er mit Feldmann gleichauf. Dort läuft Schulz der erfahrenen Sozialdemokratin sogar den Rang ab, holt mehr Stimmen als Maria Herrmann.

18.43 Uhr räumt Maria Herrmann ein: „Das wird nix mehr.“ Das Rennen ist entschieden. „Ein Kampf um Platz drei“, raunt ein Zuschauer. Die Verteilung an der Spitze ist klar, da wandern die ersten ab.

„Ich hatte gehofft, dass es nur einen Wahlgang gibt“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary: „Das hätte es der Verwaltung einfacher gemacht. Aber das wird ja nun nichts. Jörg Lembke habe ich vorne gesehen, der hat sich gut vorbereitet. Mit dem Abschneiden von Sebastian Schulz hätte ich nicht gerechnet.“

Keine Jubelrufe, kein Aufstöhnen – relativ emotionslos nehmen die zahlreichen Oldesloer das Ergebnis auf. „Dann also Jörg und Jörg“, hört man mehrfach. Ein Polizist mit diesem Vornamen wird definitiv Bürgermeister.

„Jetzt geht es wieder von vorne los“, kommentiert Jörg Feldmann den Wahlausgang. Zweiter von vier Kandidaten, „Damit kann man zufrieden sein“, sagt der Polizeidirektor. In den kommenden beiden Wochen werde er intensiven Wahlkampf machen, „um die zu überzeugen, die bislang anders gewählt haben.“

Maria Herrmann nimmt die Niederlage äußerlich gelassen, sie wird getröstet. „Nun macht doch mal nicht solche Trauermienen, ich bin nicht gestorben“, muntert sie ihre Anhänger auf. „Es hat mich überrascht, wie es gekommen ist“, räumt sie ein: „Aber die Wähler haben entschieden. Ich habe jetzt 14 Tage Urlaub.“

Davon kann bei Jörg Lembke keine Rede sein. „Ich mus zusehen, dass ich noch frei bekomme, damit ich in der Stadt präsent sein kann“, sagt der Kripobeamte. Voraussichtlich in der kommenden Woche will er zu einer Veranstaltung ins Bürgerhaus einladen.

Und wo ist Sebastian Schulz? „Ich wollte mit meinen Lieben zusammen sein, habe gegrillt und mir die Ergebnisse zurufen lassen“, begründet er, warum er erst spät an Rathaus auftaucht. Er habe während seines Wahlkampfs viele Kontakte geknüpft, viel erfahren und liege am Ende fast gleichauf mit der SPD. Das dürfe nicht vergeblich gewesen sein. Sebastian Schulz: „Man wird mich auf jeden Fall auf politischer Ebene wiedersehen. Das Ob ist keine Frage, nur noch das Wie.“

Angesichts des riesigen Interesses an den Bürgermeisterrunden in er Festhalle war allgemein von einer hohen Wahlbeteiligung ausgegangen worden. Mit 46,3 Prozent bleibt sie doch eher durchschnittlich. Vielleicht ändert sich das ja in zwei Wochen.

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 06.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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