Steinwürfe auf St.-Jürgen-Kirche

 Geschockt, aber froh, dass bei dem Steinwurf kein Mensch verletzt wurde: Pastor Günter Thomas. Foto: Koch (2)
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Geschockt, aber froh, dass bei dem Steinwurf kein Mensch verletzt wurde: Pastor Günter Thomas. Foto: Koch (2)

5000 Euro Schaden / Zusammenhang zu Taten über Pfingsten?

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23. Mai 2013, 03:59 Uhr

Horst | Pastor Günter Thomas kann sich nicht erklären, wer so etwas macht: "Wie kaputt müssen Menschen sein, die in den Raum der Stille und des Friedens Steine werfen?", fragt er. Als er am vergangenen Montag den erneuten Schaden an den Fenstern der Horster St.-Jürgen-Kirche begutachtet, war bei ihm das Maß voll.

Bereits in der Nacht zum vergangenen Sonntag wurden erste Scheiben eingeworfen. "Unser Küster hat den Schaden am Sonntagmorgen bemerkt", sagt Thomas. Eigentlich dachte er, dass damit der Schreck vorbei war. "Doch als am Sonntagabend ein Schuppen an der früheren Grundschulschule brannte, machte ich mir schon Sorgen", so der Pastor. Und diese bewahrheiteten sich: Weitere Scheiben wurden mit Steinen beschädigt.

"Wir schätzen den Schaden auf etwa 5000 Euro, die Täter haben alle fünf großen Fenster an der Nord-West-Seite zerstört." Dabei wurde auch die aufwändige farbige Blei-Verglasung zerstört. Auf den Reparatur-Kosten bleibt die Kirche sitzen: "So ein Schaden ist nicht versichert, den müssen wir selber tragen - aber so einfach werden wir das nicht hinkriegen", so Thomas. In erster Linie ist er aber froh, dass es nur einen materiellen Schaden zu beklagen gibt. "Wer weiß was passiert wäre, wenn zu dem Zeitpunkt jemand in der Kirche gewesen wäre."

Pastor Thomas hält den Steinwurf aber nur für das Ende einer ganzen Problem-Kette bei den Tätern - er hält die Tat auch für das Ergebnis eines gesellschaftlichen Problems. "Wenn sie vor mir stehen würden, würde ich sie fragen: Was ist euch eigentlich widerfahren, dass ihr so geworden seid?"

Ob die Steinwürfe und der Schuppen-Brand in einem Zusammenhang stehen, wollte die Polizeidirektion Itzehoe auf Anfrage unserer Zeitung nicht bestätigen: "Das kann noch nicht gesagt werden", sagte Hauptkommissar Hans-Jasper George. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen der Taten.

Hinweise: Kripo Itzehoe (04821 / 602-0) oder Polizeistation Horst (04126/38404)

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