zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 16:06 Uhr

Steinburgs erste Amtsvorsteherin

vom

Hujer Bürgermeisterin Renate Lüschow setzt sich in geheimer Wahl gegen den Klever Werner Matthießen durch

Winseldorf | Zum ersten Mal in der Geschichte des Kreises Steinburg steht eine Frau an der Spitze eines Amtes. In geheimer Wahl setzte sich Renate Lüschow auf der konstituierenden Sitzung des Amtsausschusses Itzehoe-Land in Winseldorf gegen Werner Matthießen durch. Auf die Hujer Bürgermeisterin entfielen 14, auf ihren Kollegen aus Kleve zehn Stimmen. "Ich freue mich auf diese Aufgabe und werde sie mit meiner ganzen Kraft ausfüllen", sagte die 56-Jährige. Ihr Mitbewerber um das höchste Amt in Itzehoe-Land nahm es sportlich: "Eine tolle Frau. Sie macht schon in Huje einen ordentlichen Job", kommentierte Werner Matthießen.

Renate Lüschow tritt damit die Nachfolge von Bernd Tiedemann an. Der Drager Bürgermeister hatte die Amtsgeschäfte bereits seit Dezember 2011 aus gesundheitlichen Gründen ruhen lassen. Für ihn war sein Stellvertreter Heinz Maaß in die Bresche gesprungen. Er leitete als mit 73 Jahren ältestes Mitglied des Gremiums auch die Wahlen. Maaß wurde anschließend in seinem Amt als stellvertretender Amtsvorsteher ebenso einstimmig bestätigt wie sein Bekmünder Kollege Klaus Krüger als 2. Stellvertreter.

Für das Führungstrio im Amt Itzehoe-Land gab es Glückwünsche von allen Seiten. Alle drei leisteten ihren Eid als Ehrenbeamte ab. Für ihre neue Aufgabe bringt Renate Lüschow reichlich kommunalpolitische Erfahrung mit. Bereits seit 27 Jahren engagiert sie sich in ihrer Heimatgemeinde, seit zehn Jahren ist sie dort Bürgermeisterin. "Man muss sich engagieren, um sein Umfeld mitgestalten zu können", gibt sie als Triebfeder für ihren Einsatz an. Die Landwirtin Renate Lüschow ist verheiratet mit dem Kreisbauernvorsitzenden Peter Lüschow. Sie hat zwei erwachsene Kinder.

Die neue Amtsvorsteherin übernimmt offenbar geordnete Verhältnisse. In einer ersten Sachentscheidung hat der Amtsausschuss die Amtsumlage von 17 auf 16 Prozent gesenkt. "Wir wollen den Gemeinden mehr Liquidität belassen", sagte Kämmerer Sönke Sießenbüttel. Daher sollten die flüssigen Mittel in der Amtskasse 200 000 Euro nicht übersteigen. Grundlage für die Berechnungen ist ein guter Jahresabschluss für 2012. In einem ersten Nachtrags-Etat wurden vom Amtsausschuss dann auch kleinere Änderungen im Haushaltsplan abgesegnet. So waren Ausgaben von 700 Euro für die Beschaffung von Ehrentellern noch nicht berücksichtigt worden.

Zufrieden mit dem Amt Itzehoe-Land äußerten sich auch Vertreter der Gemeinden, die im Zuge der Bildung des neuen Amtes Kellinghusen ins Itzehoer Umland gewechselt waren. Gastgebender Bürgermeister Udo Fölster war voll des Lobes, weil er in der Verwaltung stets offene Ohren und Türen vorfinde. Auch Schlotfelds Altbürgermeister Ernst Sommer sprach von einer "richtigen Wahl". Er fügte hinzu: "Sitzungen, die in Itzehoe-Land in eineinhalb Stunden durch sind, hätten wir in Hohenlockstedt in zwei Tagen nicht geschafft."

Sommer gehörte zu denjenigen, die feierlich aus dem Ausschuss verabschiedet wurden. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Holger Dunker, der sein Bürgermeisteramt in Moorhusen aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte. Besondere Anerkennung - und den Ehrenteller des Amtes - gab es für Jürgen Westphalen. Der langjährige Hodorfer Bürgermeister gehörte seit 1990 dem Amtsausschuss an, elf Jahre lang war der 2. Stellvertreter des Amtsvorstehers. Neben vielen weiteren Ehrenämtern hatte Westphalen auch die schöne Aufgabe eines Standesbeamten übernommen. In dieser Funktion schloss er auf dem Peterhof schon in 63 Fällen den Bund fürs Leben. Dank und Anerkennung gab es schließlich noch für den Hohenasper Bürgermeister Hans-Georg Wendrich und für Werner Matthießen, die beide jeweils auf zehn Jahre ehrenamtliche Führungsaufgabe zurückblicken können.

Mit der Besetzung aller Funktionen nimmt der neue Amtsausschuss nun seine Arbeit für die nächsten fünf Jahre auf. Was da an Themen kommt, ließ der Winseldorfer Udo Fölster schon mal kurz anklingen: demografische Entwicklung und Bevölkerungsschwund, immer weniger Landwirte, dafür immer mehr Ländereien, die nach weit außerhalb verpachtet sind. Sorge machen ihm angesichts immer größerer landwirtschaftlicher Fahrzeuge auch das Wegenetz und der Zustand zahlreicher Brücken, für die es nicht einmal mehr statische Berechnungen gebe.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen