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Klimaschutz in Trittau : Steckdosen, Standby und alte Systeme

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trittau hat einen neuen Klimaschutzbeauftragten: Der hat ganz klare Vorstellungen und erste Maßnahmen umgesetzt.

Der neue Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Trittau hat am 1. Oktober seinen Dienst angetreten. Christoph Magazowski, gebürtiger Pole, aufgewachsen in der Hansestadt Hamburg und derzeit in Glinde wohnhaft, hat Stadtplanung an der Technischen Universität Hamburg studiert und 2004 seinen Bachelor gemacht. Nach einer Tätigkeit in Polens Bauverwaltung kehrte er an die Universität zurück, um sein Diplom zu machen. Thema: „Stadtwerke im liberalisierten Energiemarkt.“

Nach dem Diplom 2007 arbeite er in einer Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt Stadtwerke. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter kehrte er später an die Universität zurück, war für Vorlesungen, Projekte und Forschung im Bereich Stadtplanung zuständig. Er begann mit seiner Promotion – Thema „Schnittstelle neuartige Sanitärsysteme und Abwassergebühr“. Seit 2011 ist er auch Stipendiat der Adenauerstiftung. Hintergrund seiner Doktorarbeit ist das veraltete Abwassersystem in Deutschland, das wegen der schlechten Ressourcenrückgewinnung nicht mehr für den Export von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) empfohlen wird. Erkenntnisse aus der Forschung sollen auch in Trittau zum Beispiel bei der Planung von Neubaugebieten einfließen.

„Wir sind gefangen in einem System, das nicht funktioniert. Aus Sicht der Schonung der Ressourcen sollte man Wasser sparen, das macht aber die jetzigen Kanäle teurer in der Wartung“, erklärt Magazowski. Er ist für ein System, das schon beim Abwasser die Ströme trennt, um die Rückgewinnung, beispielsweise von Phosphor, zu erleichtern. Die Nährstoffverwertung wäre besser, Spülwasser würde kaum noch gebraucht. Das Tarifsystem müsste entsprechende Anreize setzen.

Christoph Magazowski besetzt eine halbe Stelle, befristet auf drei Jahre, die vom Forschungszentrum Jülich gefördert wird. Zunächst soll das schon erarbeitete Klimakonzept der Gemeinde umgesetzt werden. Ganz konkret hat er sich in seinen ersten Arbeitstagen mit der Einführung der „Master Slave“- Steckdose beschäftigt, die beim Herunterfahren des Computers alle Monitore automatisch ausschaltet. „Das wird oft vergessen“, weiß Bürgermeister Oliver Mesch.

60 Monitore im Standby-
Betrieb verbrauchen bis zu 1300 Kilowattstunden Strom im Jahr, so viel wie ein Einpersonenhaushalt. Das entspricht etwa 350 Euro. Die Anschaffung der Master Slaves hätte sich nach drei Jahren amortisiert.

Zudem geht es um ein Projekt der Post, die CO2-neutrale Briefzustellung. Für etwas höhere Gebühren werden die Briefe mit dem Logo „GoGreen“ versehen. Aus dem Aufpreis werden Kilmaschutzprojekte, unter anderem die Aufforstung der Regenwälder. Das große Grobziel des bundesweiten Klimaschutzes ist, bis 2050 in der Bundesrepublik 80 Prozent CO2 einzusparen.


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Kontakt: Christoph Magazowski ist dienstags bis donnerstags unter Tel (04154) 807962 sowie unter christoph.magazowski@trittau.de zu erreichen. 2016 Jahr sollen Bürgersprechstunden eingeführt werden.


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