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Hoffnung für betroffene Landwirte: : Statt Baustelle wieder Ackerflächen an der A1

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hinterlassenschaft am Rande der Autobahn A1 nach Baufirma-Pleite soll beseitigt werden.

Es sind noch ein paar juristische Klippen zu umschiffen, aber „wir sind auf einem guten Weg“, sagt Kreisbauamtsleiter Klaus Kucinski nach einem Gespräch mit Vertretern des Verkehrsministeriums, des Landesstraßenbauamts und den Landwirten, auf deren Feldern die Hinterlassenschaften der Firma Betam lagern. Die hatte die Autobahn zwischen Oldesloe und Reinfeld saniert, war dann aber in die Insolvenz gerutscht.

Im Februar hatte der Insolvenzverwalter die Bürgschaften freigegeben, die von der Firma hatten hinterlegt werden müssen. Für die Entsorgung und die Wiederherrichtung der Ackerflächen nördlich von Bad Oldesloe – auf denen Sandberge gelagert, Steine gebrochen und Beton gemischt worden war – reicht das Geld aber bei weitem nicht.

Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Sandberge besteht aus unbelastetem, so genanntem Z  0-Boden. Der darf für den geplanten Lärmschutzwall vor dem Kreuz Ost im Barsbütteler Ortsteil Willinghusen verwendet werden, wo ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist. Dass dort 15  000 Kubikmeter von zwei der drei Ackerflächen verarbeitet werden, soll Teil der Ausschreibung werden.

Insgesamt geht es allerdings um 180  000 Kubikmeter, wozu aber auch der abgeschobene Mutterboden gehört. Diese Teile sollen die Grundeigentümer selbst verwenden. Problematischer ist die Fläche, auf der die Brechanlage stand. Dort wurde der Boden mit Recycling-Kies verdichtet und tragfähig gemacht. „Es ist dasselbe RC-Material, das im Straßen- und auch im Hausbau verwendet wird“, sagt Kucinski. Statt einer teuren Entsorgung setzt man deshalb auf Wiederverwendung. „Wir haben ein paar Ideen“, sagt Kucinski, „Firmen, die Interesse an dem Material haben, können sich gerne bei uns melden“, sagt der Bauamtsleiter: „Wir können auch einen guten Preis machen.“

Wenn das Konzept aufgeht, soll das Geld aus den Bürgschaften an den Kreis und die Landwirte zuzüglich einem Anteil des Straßenbauamts genommen werden, um den aus den Fläche wieder Ackerland zu machen. Kucinski: „Wir versuchen, mit dieser Summe den Rückbau zu vollziehen.“

Ganz so optimistisch sieht es Peter Koll, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, allerdings nicht: „Es dürfte für die Eigentümer deutlich weniger schmerzhaft werden, aber ganz werden wir es mit dem Geld wohl nicht schaffen.“ Land und Straßenbauverwaltung seien in dem Gespräch auf Initiative des Kreises aber durchaus konstruktiv und lösungsorientiert gewesen, so Koll: „Man versucht alles zu machen, was möglich ist.“

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erstellt am 29.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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