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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:34 Uhr

Ammersbek : „Statt Ampel einen Kreisel“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kreuzung an der Hoisbütteler Mühle soll sicherer gemacht werden. Die Meinungen darüber gehen aber auseinander.

Die Kreuzung an der Hoisbütteler Mühle soll sicherer werden. Darin sind sich alle einig, denn die Unfälle haben sich hier gehäuft. Meist wurden sie von Linksabbiegern verursacht, aus Ahrensburg in Richtung Hamburg unterwegs waren. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat entschieden, dass hier eine Ampelanlage gebaut werden soll. Eine große Mehrheit in der Bevölkerung tritt aber für einen Kreisverkehr ein. Die Ammersbeker FDP hat deshalb eine Petition an den Landtag auf den Weg gebracht. Darin beschwert sie sich gegen den Landesbetrieb und das Verkehrsministerium.

In einer Mitteilung wird das „hoheitlich praktizierte Vorgehen ohne Beteiligung der (…) Gemeinde und nach Gutsherrenart“ kritisiert. Denn der Landesbetrieb hatte sich zwar mit einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit gestellt, auf die Überplanung der Kreuzung mit der Landesstraße hatte die Gemeinde aber keinen Einfluss.

Während der Versammlung wurde deutlich, dass in Ammersbek ein breiter Konsens für einen Kreisel besteht. Der Kreiselexperte und Diplom-Ingenieur Eckehard Knoll hat einen detaillierten Entwurf für eine solche Lösung vorgelegt.

Die Zeit drängt, denn der Landesbetrieb hat den Bau einer Ampelanlage bereits für Anfang Mai angekündigt. Die Verfasser der Petition widersprechen dessen Ansicht, dass eine Ampellösung sicherer als ein Kreisel sei. Sie zitieren dazu einen Forschungsbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen. Danach ist die so genannte Grundrate von Unfallkosten in beiden Fällen gleich.

Der Bau eines Kreisels sei zwar teurer, aber die Folgekosten für Wartung und Unterhaltung einer Ampelanlage würden langfristig eingespart. Bei der ohnehin anstehenden Sanierung der Kreuzung könnten damit aber Kosten gespart werden. Weniger Lärm und Abgase würden entstehen, der Verkehr könne kontinuierlicher fließen. Schließlich werde auch eine Tempobegrenzung von 50 Stundenkilometern auf dem 300 Meter langen Abschnitt zwischen Kreuzung und Ortseingang möglich.

Der Landesbetrieb möge seine Entscheidung vorerst aussetzen und inhaltlich überdenken, fordert die FDP. Zusammen mit der Gemeinde solle eine einvernehmliche Lösung auf den Weg gebracht werden.

Ein neutraler Gutachter möge im Auftrag der Gemeinde zunächst die Eignung eines Kreisels prüfen.

Auch Bürgermeister Horst Ansén unterstützt diese Forderung und hat sich in dieser Sache bereits an den Landesbetrieb und das Verkehrsministerium gewandt. Er hat Zweifel an der Argumentation des Landesbetriebs. „Bei der Informationsveranstaltung wurde deutlich, dass eine breite Öffentlichkeit für eine Kreisellösung ist“, sagt er. Auch im Bauausschuss stimmten neun Mitglieder bei einer Enthaltung dafür.

In der Petition weisen die Verfasser auch auf die Verkehrsbelastung der Gemeinde hin. 19 000 Fahrzeuge passieren täglich den Knoten an der Hoisbütteler Mühle. In Richtung Hamburg passieren sie auf drei Kilometern Strecke heute schon acht Ampeln und stehen so zu Spitzenzeiten regelmäßig im Stau.



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