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Nachts in Bad Oldesloe: : Starthilfe für den langen Flug gen Süden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Tageblatt-Zustellerin Anke Prestin entdeckt nachts einen nahezu hilflosen Mauersegler und hilft

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2015 | 12:32 Uhr

Seit 22 Jahren trägt
Anke Prestin in der Kreisstadt in den Nachtstunden das Stormarner Tageblatt aus und trifft auf ihrer Tour immer wieder hilflose Tiere an. Da hocken dicke Frösche mitten auf der Straße,
sitzen Maulwürfe und Igel einsam und verlassen am Straßenrand, aber auch einen Nashornkäfer, ein Kaninchen und sogar eine junge Graugans hat die Oldesloerin schon von der Straße und vor dem Überfahren gerettet. Diesmal war es ein Mauersegler, den Anke Prestin nachts um halb drei Uhr mitten auf dem Parkplatz der Sparkasse fand.

„Ich dachte erst, es sei eine tote Drossel, aber beim näheren Betrachten sah ich, dass es ein junger Mauersegler war“, erzählt Tierfreundin Anke Prestin. Der Vogel lebte noch, war aber viel zu schwach, sich aus eigener Kraft fortzubewegen. Dazu muss man wissen, dass die flinken Vögel mit ihren langen, sichelförmigen Flügeln zwar Akrobaten in der Luft, mit ihren winzigen Füßchen aber ziemlich hilflos auf der Erde sind. Eigentlich sind sie ununterbrochen fliegend unterwegs, nur zur Aufzucht ihrer Jungen lassen sie sich auch mal in der Bruthöhle nieder. Mit den kurzen und schwachen Klammerfüßen kann der Mauersegler jedenfalls nicht aufrecht auf einem Ast sitzen, dafür aber sehr gut an Felsenklippen und Hausmauern hängen, wobei der Schwanz als Stütze dient.

Anke Prestin nahm das erschöpfte Tier erst mal mit nach Hause, wo es sich im Garten zusehends erholte. „Mauersegler sind die Zugvögel, die als letzte zu uns kommen und als erste in den Süden fliegen“, weiß Anke Prestin, die den jungen Vogel schließlich vorsichtig in die Hände nahm und ihm dann eine Starthilfe in die Lüfte gab. „Ich freue mich immer, wenn ich Tieren helfen und sie retten kann.“

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