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Ahrensburg : Stadtwerke GAG lehnen Fernwärme-Übernahme ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit vielen Jahren klagen die Anwohner im Ahrensburger Redder über zu hohe Wärmepreise.

Im Neubaugebiet Ahrensburger Redder hatte sich die Stadt seinerzeit ökologisch besonders hervortun wollen. Die Häuser sollten über ein Blockheizkraftwerk mit Fernwärme und Warmwasser versorgt werden. Damit es sich überhaupt rechnete, beschloss die Politik den Anschluss- und Benutzungszwang gleich dazu. Man wolle die Planung „gemeinsam mit den künftigen Bewohnern entwickeln“, sagte die damalige Bürgermeisterin Ursula Pepper in städtischen Grußwort. Anderthalb Jahre später, im Mai 200 klang das anders: Rein wirtschaftlich sei ein BHKW „nicht unbedingt tragbar“, aber es solle der ökologische Charakter betont werden.

Ärger gab es nämlich ziemlich zügig. Dafür reichten schon die 5000 Euro, die Bauherrn für die Übergabestationen auf den Tisch legen mussten. Und da der jährliche Grundpreis bei über 400 Euro lag, waren die Heizkosten im Redder immer deutlich höher als in anderen Siedlungen. Das zog nicht nur die Gründung einer Nachbarschaftsinitiative, sondern auch Gerichtsverfahren nach sich.

2003 erklärte das OVG Schleswig den Anschlusszwang im Redder für unzulässig, da die Kommune die Kunden an eine Privatfirma weitergereicht habe, ohne selbst über die Gebühren bestimmen zu können. Der Bundesgerichtshof Leipzig milderte die Schleswiger Kriterien zwar ab, sah den Anschlusszwang im Redder 2005 aber ebenfalls als unzulässig an. Den Bewohnern half das allerdings wenig, da es keine Alternative zur Fernwärme gab und gibt. Deshalb laufen aktuell auch noch 14 Klagen von Anwohnern, die von der Eon-Tochter Hanse Wärme Natur rückwirkend für drei Jahre Geld erstattet haben möchten.

Auf eine grundsätzliche Verbesserung hofften die Bewohner in diesem Jahr: Der 28. Juni 2015 war der frühestmögliche Kündigungstermin in dem „Gestattungvertrag“. „Unsere erfolgreichen Bemühungen haben die Stadt dazu gebracht den Vertrag mit Eon zu kündigen“, so Wolfgang Meichßner von der IG. Das Ergebnis fiel aber überhaupt nicht wie die Erwartungen der Redder-Bewohner aus, die Eon jahrelang überhöhte Preise vorgeworfen hatten.

Nach ihrer Vorstellung sollten die Ahrensburger Stadtwerke die Fernwärme übernehmen und die Preise möglichst halbieren. Das wird nicht geschehen: Die GAG hat die Übernahme der Fernwärme abgelehnt. „Wir haben uns kundig gemacht und bewertet, ob sich die Anlagen betriebswirtschaftlich betreiben lassen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir denselben Preis verlangen müssten“, sagt GAG-Geschäftsführer Horst Kienel. Grund seien vor allem die hohen Wärmeverluste von 30 bis 40 Prozent. Die kommen vor allem zustande, weil das Leitungsnetz in dem Einzelhausgebiete rund sieben Kilometer lang ist.

Beim Bau der Anlage sei der Verlust mit 18 Prozent beziffert worden, sagt Meichßner: „Wir wären gerne in die GAG übergewechselt.“ Die Begründung, dass kein wirtschaftlicher Betrieb möglich wäre, könne man aus vielerlei Gründen nicht nachvollziehen. „Von der GAG hat niemand mit uns gesprochen“, so Meichßner. Die Kündigung sei allerdings in der Welt und eine Übernahme der Anlage durch Dritte laut Vertrag nicht möglich. Meichßner: „Weitere fünf Jahre in den Händen eines Monopolisten dürfte einige Anwohner an finanzielle Grenzen bringen.“

 

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erstellt am 26.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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