Bad Oldesloe : Stadtschule baut auf Lego

Etwas anderer Unterricht: Bernd Müller erklärt Schülerinnen die Vorgehensweise.
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Etwas anderer Unterricht: Bernd Müller erklärt Schülerinnen die Vorgehensweise.

Das Lernkonzept WeDo 2.0. ist an der Stadtschule der Einstieg in ein lösungsorientiertes wissenschaftliches Arbeiten für Grundschulkinder.

Andreas Olbertz. von
15. Februar 2018, 10:31 Uhr

Nicht nur auf der Bildungsmesse didacta in Hannover geht es darum, wie Bildung Schritt halten kann mit der technologischen Entwicklung und Digitalisierung der Gesellschaft. Auch die Stadtschule Bad Oldesloe hat Bildungsangebote, die eine zeitgemäße Reaktion auf den technologischen Fortschritt und den gestiegenen Bedarf an technisch orientiertem Denken in der Gesellschaft sind.

Eines davon ist das Lego-Education-Lernkonzept WeDo 2.0. Dabei werden mithilfe von Legosteinen und anderen Elementen zunächst Modelle gebaut, die dann anschließend mittels einer kindgerechten Programmiersprache in einer App zum Leben erweckt werden. „Gerade im Mint-Bereich gelingt es uns, mit Lernkonzepten wie dem von WeDo 2.0 die individuellen Stärken der Kinder herauszukitzeln. Viele Kinder lernen einfach besser und schneller mit praktischen Anwendungen“, so Direktorin Sabine Prinz.

Der Unterricht in einem der buntesten Räume der Schule steht unter der Regie von Bernd Müller. Er weiß aus Erfahrung, dass er die Kinder mit seinen Projekten erreichen kann, denn Lego kennen alle. So gestaltet sich der Einstieg in lösungsorientiertes wissenschaftliches Arbeiten sogar für Grundschulkinder problemlos. Dem Elektrotechniker und Berufsschulpädagogen ist es ein Herzensanliegen, schon den Jüngsten Einblicke in die Grundlagen von Wissenschaft, Technik und Informatik zu vermitteln.

Müllers Ziel ist es, jedem Kind in jeder Unterrichtsstunde zu einem Lernerfolg zu verhelfen. Die Schüler gelangen auf unterschiedlichen Wegen, in vielen kleinen Schritten zu ganz eigenen kreativen Lösungen. Dieses Mal geht es beim Bau eines Modells und der anschließenden Programmierung um binäre Signale und Morsen. Die Kinder beginnen in Zweierteams mit der Konstruktion eines Morseapparates – dabei baut das eine Kind, das andere programmiert.

Alexander und Yusuf, beide neun Jahre alt, sagen wie aus einem Munde, was ihnen am Unterricht mit Lego gefällt: Dass sie bauen und mit dem Gebauten experimentieren – und das macht viel mehr Spaß als die reine Zahlenmathematik.

Mattis (9) und Emil (10) versuchen gemeinsam, ihrem Lego-Modell Töne zu entlocken und erzählen, dass sie auch nachmittags mit Lego spielen. „Aber zu Hause fehlen die Kabel, das Elektrische“ und Emil fügt noch hinzu: „Bei Mathe wird es langweilig, wenn man die Aufgaben nicht kann, hier nicht. Wir probieren einfach immer weiter.“ Nach einiger Zeit piept es beim ersten Team. Die Übertragung der Signale ist gelungen. Beim Betätigen des Kippsensors erklingen erstmals Töne. Kurz, lang, lang, kurz. Nun lassen sich mit Hilfe der Arbeitsblätter und des Morsealphabets ganze Wörter und Botschaften übertragen. „Ein schönes Beispiel, wie Lernen fürs Leben aussehen kann“, sagt Schulchefin Sabine Prinz.

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