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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 06:14 Uhr

Stadtrundgang in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am „Tag der Städtebauförderung“ in Ahrensburg die barocke Stadtachse zwischen Innenstadt und Schlossbereich spaziert

Die Stadt Ahrensburg hat in den kommenden 15 Jahren viel vor – Städtebauförderung nennt sich die Zauberformel, mit deren Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zahlreiche Projekte in der Innenstadt in Angriff genommen werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel die Sanierung des Rathauses, der Umbau der Hamburger Straße und die Umgestaltung des Alten Marktes. Ausreichend Gründe also, um am bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ zu einem Rundgang entlang der so genannten barocken Stadtachse zwischen Innenstadt und Schlossbereich einzuladen.

Am Sonnabend versammeln sich rund 40 interessierte Einwohner waren dem Aufruf der Stadt gefolgt, Start der Tour war am Bahnhof. Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens sowie Andrea Becker und Veronika Conradi (Stadtplanung) erklären den Zuhörern vor allem die historische Entwicklung der Stadtstruktur, die unter dem Einfluss des Grafen Schimmelmann ihren Ursprung hatte.

„Nicht die Häuser, sondern der barocke Stadtgrundriss mit Großer Straße, Hagener und Manhagener Allee sowie Hamburger Straße machen den Denkmalschutz aus, das ist einmalig in Schleswig-Holstein“, erklärt die Stadtarchivarin nicht nur die Entwicklung der Stadtgeschickte, die mit der Eröffnung des Bahnhofes im Jahr 1865 einen rasanten Aufstieg genommen hat.

Kleine Geschichten lassen die Zuhörer immer wieder schmunzeln – zum Beispiel, dass Ahrensburg einst 1500 Einwohner und 16 Gasthöfe zählte, dazu drei Molkereien. Und: Die Zugverbindung nach Hamburg war schon damals atemberaubend – in 28 Minuten nach Hamburg. Haarscharf an einer städtebaulichen Katastrophe ist Ahrensburg Anfang der siebziger Jahre vorbeigeschrammt, Planer wollten mitten in der Stadt eine riesige Hochbrücke über die Bahnlinie bauen, die von der Bevölkerung als Monster tituliert wurde. Die Brücke hätte damals neun Millionen D-Mark gekostet, stattdessen wurde der Tunnel unter den Gleisen gebaut, für 75 Millionen D-Mark.

Rondeel, Große Straße und Alter Markt (die frühere B  75) sind dann weitere Stationen der Exkursion. Eines der wichtigsten Themen des Förderprogramms ist die bessere (optische) Verbindung zwischen Innenstadt und Schlossbereich – auf dem Alten Markt befand sich früher übrigens der Pranger.

Aus dem Zuhörerkreis kommen Fragen wie etwa zu einer behindertengerechten Pflasterung beim Ausbau der Hamburger Straße oder zur Verkehrsentlastung des Alten Marktes. An der Station Große Straße kommt das Gespräch dann unweigerlich auf die einst geforderten Kastenlinden, auf die zu Gunsten eines naturnahen Schnittes verzichtet wurde. „Man sollte in der Tat noch einmal neu überlegen“, sagt Andrea Becker . . .

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