"Stadtrandbauer" ist neuer Gildekönig

Neuer Gildekönig: Jens 'der Stadtrandbauer' Engelbrecht (Mitte) mit Finanzminister Ekkehard Gefken (li.) und Kulturminister Reimer Detjens. Foto: dao
Neuer Gildekönig: Jens "der Stadtrandbauer" Engelbrecht (Mitte) mit Finanzminister Ekkehard Gefken (li.) und Kulturminister Reimer Detjens. Foto: dao

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03. Juli 2013, 03:59 Uhr

krempe | Fahnen hängen aus den Fenstern, die Straßen sind bunt geschmückt und sogar die Läden machen zeitweise ihre Türen dicht - wenn in Krempe das traditionelle Gildefest gefeiert wird, herrscht Ausnahmezustand. Nach Zitronenübergabe, Kranzbinden und Königsfrühstück wurde am Gildemontag auch der neue König ausgeschossen: Jens "der Stadtrandbauer" Engelbrecht traf die Zielscheibe am besten und ist neues Oberhaupt der Kremper Gilde. In einer großen Zeremonie wurde er auf dem Kremper Marktplatz in sein neues Amt eingeführt - und ließ sein Fußvolk erst einmal warten. Mit einer Stunde Verspätung trafen Majestät und sein Gefolge auf dem Festplatz ein.

Grund für die Verspätung war der lange Fußmarsch vom königlichen Wohnsitz am äußersten Rand der Stadt. Diesem Umstand verdankt der einzige Landwirt in Krempe übrigens auch seinen Namenszusatz: "der Stadtrandbauer". Und der wurde am Abend nach der feierlichen Einweihung auf der ersten offiziellen Sitzung festgelegt. "Wir gucken dann immer, welche Besonderheiten derjenige hat", erklärt Gildemitglied und Fahnenschwenker Nils Hellmann.

Zusammen mit seiner Truppe zeigt er jedes Jahr ein spektakuläres Programm auf dem alten Marktplatz, das sie extra für diesen Anlass einstudiert haben. "Das schwerste ist die Waage", sagte er, "die erfordert viel Koordination." Absolutes Highlight ist jedoch das akrobatische Zerteilen der Zitronen - das in den meisten Fällen sogar gelang und von den Zuschauern mit großen Beifall belohnt wurde.

"Das ist wie für die Münchener das Oktoberfest, das gehört in Krempe einfach dazu", versucht Besucherin Michaela Mein das Gilde-Phänomen zu erklären, das schon seit 1541 zum festen Bestandteil der Stadt gehört. In ihren Augen habe das Fest noch einen weiteren Vorteil: "Wer in Krempe neu ist kommt so viel schneller in die Gemeinschaft rein."

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