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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 02:20 Uhr

Bad Oldesloe : Stadtfest auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Oldesloer Sozialausschuss lehnt einen Haushaltsbeschluss über den Veranstaltungsetat ab. 10 000 Euro für den zukünftigen Stadtfestorganisator wurden kontrovers diskutiert.

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erstellt am 06.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Das sieht nicht gut aus für das Oldesloer Stadtfest. Erneut haben sich die Mitglieder des Sozialausschusses geweigert, das von der Verwaltung beantragte Geld für Veranstaltungen zu bewilligen. 10  000 Euro Zuschuss für den Veranstalter des Stadtfestes standen besonders in der Kritik. Damit ist fraglich, ob die große Feier im kommenden Mai überhaupt stattfinden kann.

„Warum übernimmt die Stadt das unternehmerische Risiko eines kommerziellen Veranstalters?“, eröffnete Carsten Stock (SPD) das Feuer. Die Antwort von Kulturmanagerin Inken Kautter kam sofort: „Wir finden keinen Veranstalter, der das ohne Zuschuss macht.“ Der sei der Firma Tiedemann Art Production vertraglich zugesagt worden.

Bürgermeister Tassilo von Bary holte etwas aus. „Früher hat uns das Stadtfest 50  000 DM gekostet“, erklärte er. Auch der Verein altStadt habe 5000 Euro Zuschuss und für Notfälle eine Bürgschaft über 5000 Euro erhalten. Vorstandsmitglied Sabine Stock stellt es allerdings etwas anders dar. Der Verein habe maximal 4000 Euro zweckgebunden für das Programm im Kulturhof erhalten – das musste sehr detailliert beantragt werden und durfte maximal die Hälfte der Kosten ausmachen. Für das Stadtfest 2016 gibt es aber keine Kalkulation. In der Sitzungsvorlage steht bei Kosten lediglich pauschal 76  000 Euro. Das sei „absolut über den breiten Daumen geschätzt. Zurzeit übersteigt die Ausgaben- noch die Einnahmenseite“, so Inken Kautter. Der einzige feststehende Posten sei 20  000 Euro für das Bühnenprogramm.

Die CDU ist von dem Zuschuss ebenfalls nicht überzeugt. „Da kommen ja noch 7000 Euro Bauhofleistungen dazu. Dann sind wir bei roundabout 25 Prozent“, monierte Gudrun Möllnitz. Da half es auch nichts, dass die Kulturmanagerin darauf verwies: „So ein Stadtfest ist kein Goldtopf am Ende des Regenbogens.“ Ohne Zuschuss werde der Veranstalter das Stadtfest sicher nicht organisieren. Angesichts der unklaren finanziellen Sicherheit sei fraglich, ob das Stadtfest überhaupt wie geplant vom 27. bis 29. Mai stattfinden könne.

Die Argumente gingen hin und her. Angela Fehrmann (CDU) machte den Vorschlag: „Bei den Bierständen – da kann man bestimmt noch preisgestalterisch dran drehen.“ Und Gudrun Möllnitz stellte klar: „An manch anderer Stelle verlangen wir von Antragstellern sehr genaue Angaben und hier sollen wir das Geld einfach so raus hauen.“

Auch eine Sitzungsunterbrechung brachte keinen Durchbruch, aber immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer. „Wir wollen heute keinen Beschluss fassen“, erklärte Rosemarie Behrend (SPD). Ein gewisser zeitlicher Druck sei unbestritten, deshalb erwartet die Politik, dass bis zur Stadtverordnetenversammlung eine ausführliche Sitzungsvorlage präsentiert werde mit einer Darstellung des Konzepts und einer Kalkulation, „um erkennen zu können, wo wir eventuell kürzen können“. Das wurde einstimmig angenommen.

Geschäftsführerin Christine Tiedemann zeigt sich äußerlich unbeeindruckt von den Auseinandersetzungen. „Wir haben einen unterschriebenen Vertrag und das Vertrauen der Stadt“, teilte sie auf Nachfrage mit: „Es ist bedauerlich, dass wir bisher so viel gegen Widerstände ankämpfen mussten.“

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