Ahrensburg : Stadtentwicklung für 76 Millionen

Die wichtigsten Ziele der Stadtentwicklung wurden auf dieser Grafik aus der Voruntersuchung zusammengefasst.
Die wichtigsten Ziele der Stadtentwicklung wurden auf dieser Grafik aus der Voruntersuchung zusammengefasst.

Die Stadtverordnete beschließen das Konzept des Städtebau-Förderprogramms. 60 Maßnahmen zwischen Schloss und AOK-Kreuzung sind geplant

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25. Januar 2018, 06:00 Uhr

Um 21 Millionen Euro ging es, als Ahrensburg beantragte, in das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen zu werden. Ein Argument: Da Bund, Land und Stadt je ein Drittel beisteuern, würde sich die Sanierung des kurz zuvor unter Denkmalschutz gestellten Rathauses sozusagen selbst tragen. Die dafür angesetzten 6,6 Millionen Euro waren ja kaum mehr als der städtischen Drittel-Anteil.

Mittlerweile ist man beim Rathaus bei zehn Millionen Euro angekommen, und aus den 21 sind 76 Millionen Euro geworden. Die Summe kommt jedenfalls heraus, wenn man die Einzelmaßnahmen der Voruntersuchung zusammenzählt, die die Stadtverordneten jetzt beschlossen haben.

2014 wurde die Schlossstadt in das Programm aufgenommen, im April 2017 konnte Bauamtsleiter Peter Kania Ahrensburg verkünden, dass aufgrund des überzeugenden Innenstadtkonzepts 45 Millionen Euro für die Städtebauförderung in Aussicht gestellt worden seien, von denen Bund und Land 30 Millionen übernehmen würden.

Nun sind es insgesamt 76,3 Millionen Euro. Projekte im Umfang von 20 Millionen Euro, unter anderem die Tiefgarage unter dem Stormarnplatz, wurden als nicht förderfähig eingestuft. Blieben noch rund 56 Millionen, von denen laut Gesetz die erwarteten Einnahmen abgezogen werden müssen. Neben Mieten und Sondernutzungsgebühren sind das auch Parkgebühren der nächsten 25 Jahre. Über 16 Millionen sollen so zusammenkommen.

Als wirklich gefördert blieben 36 Millionen Euro übrig, die gedrittelt werden. Der städtische Anteil summiert sich für alle 60 Maßnahmen damit auf rund 48 Millionen, von denen 16 Millionen aus Einnahmen kommen sollen.

Bund und Land steuern je zwölf zu den 26 Millionen Euro bei. Hinzu kommt allerdings noch das Sonderprogramm „Investitionspakt soziale Integration“ mit Förderquoten von bis zu 90 Prozent. Daraus sollen fünf Maßnahmen im Umfang von acht Millionen Euro finanziert werden: Die Sanierungen von Stadtbibliothek , Bruno-Bröker-Haus und Villa Kunterbunt, die Gestaltung der Grünfläche hinter dem Rathaus und der Bau einer Kita im Pfarrgarten. Letzteres allerdings nur, wenn die evangelische Gemeinde das Gelände hinter der Schlosskirche an die Stadt verkauft. Denn was weder die einen noch die anderen vorher wussten: Laut Staatsvertrag erhalten die Kirchen jährlich viel Geld vom Staat, jegliche weitere Förderung ist damit aber ausgeschlossen – auch Städtebauförderung.

Starten wird das Projekt mit der Rathaus-Sanierung. Auch wenn dafür bereits eine Genehmigung vorliegt, werden die Arbeiten nicht vor 2019 beginnen können, sagt Kay Renner, der das Programm im Rathaus koordiniert. 3,7 der zehn Sanierungs-Millionen muss Ahrensburg aufbringen. Für die Umgestaltung des Rathausplatzes sind 2,7 Millionen angesetzt, weitere 2,2 Millionen sind für eine Tiefgarage vorgesehen, die unter dem Platz gebaut werden könnte.

Weitere neuralgische Punkte der Stadtsanierung sind die Hamburger Straße, der Alter Markt, der Bahnhofs- und der Schlossbereich mit dem alten Speicher. Für die Neugestaltung des Alten Markts mit einem Übergang zu Lübecker Straße sind 3,4 Millionen Euro angesetzt, die die Umgestaltung der Lübecker Straße bis zum Weinbergknoten 1,8 Millionen. Weitere 1,2 sind es für die Wendeschleife Schulstraße bis Lübecker Straße. Der Bereich Bagatelle mit Übergang zum Schloss soll für gut zwei Millionen Euro hübscher werden. 1,5 Millionen sind für barrierefreie Wegeverbindungen im Schlosspark und Uferbefestigung angesetzt. Den Speicher am Gutshof hat die Stadt bereits gekauft. Sanierung und Umnutzung, werden auf 3,64 Millionen Euro geschätzt.

Für 1,2 Millionen sollen Hagener und Manhagener Allee hübscher werden. Für die Große Straße Nord, Woldenhorn/Doppeleiche, und Bei der Alten Kate sind gut 1,6 Millionen angesetzt. Für die Neugestaltung der Hamburger Straße, die wieder eine Allee werden soll, sind 2,4 Millionen angesetzt.

Die größte Summe wird mit 6,9 Millionen Euro die Neugestaltung des Bahnhofsbereich und des Zob’s verschlingen, wobei 2,4 Millionen für ein Radhaus noch oben drauf kämen. Der Umbau des AOK-Knotens ist mit 1,8 Millionen veranschlagt. Die Stadt hofft dafür auf GVFG-Mitteln.

Städtebauförderung gibt es auch nicht für einen Ergänzungsbau für das Rathaus. Der ist grob mit vier Millionen Euro veranschlagt, wird aber benötigt, um die Mitarbeiter unterzubringen. Im April, soll der Bauausschuss möglichst die Aufstellung des B-Plans beschließen. Die einzelnen Projekte werden vor ihrer Umsetzung sicher noch für einige Diskussionen sorgen. Konzept und Voruntersuchung haben die Stadtverordneten aber fast einstimmig beschlossen. Dagegen votierte lediglich die FDP, die das Verkehrskonzept ablehnt. Das sieht unter anderem den Wegfall vieler ebenerdiger Parkplätze in der Innenstadt vor.

Das hatte auch das Ahrensburger Stadtforum in seiner Stellungnahme scharf kritisiert. Der Wegfall von 30 Parkplätzen in der Hamburger Straße wäre „eine Katastrophe“ für die Einzelhändler. Ohnehin würden sich die Klagen der Kaufleute mehren, die befürchteten, dass die Verweildauer der Kunden abnehmen und die Innenstadt zunehmend unattraktiver werde. In ihren Antworten verweist die Verwaltung auf den Wunsch vieler Bürger nach einer verkehrsberuhigten Innenstadt. Die Parkplätze in der Großen Straße, Hagener und Manhagener werde man ja auch nicht auf einmal, sondern schrittweise reduzieren und die Auswirkungen prüfen. Zudem komme die „Brötchentaste“. Das soll auch in der Hamburger Straße für eine höhere Umschlagzeit sorgen und damit die Reduzierung der Stellplätze auffangen.

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