Ahrensburg : Stadt lässt Luxus-Klo abbauen

Vom Rest der Welt abgeschnitten: Das Luxus-WC am Rathaus ist gesperrt, am kommenden Donnerstag wird es abtransportiert.
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Vom Rest der Welt abgeschnitten: Das Luxus-WC am Rathaus ist gesperrt, am kommenden Donnerstag wird es abtransportiert.

Die Tage der legendären öffentlichen Toilette in der Schlossstadt sind gezählt. Donnerstag soll sie abgebaut werden.

shz.de von
22. Januar 2018, 06:00 Uhr

Jetzt ist Schluss mit Luxus: Die Toilettenanlage an der Südostecke des Ahrensburger Rathauses – bundesweit bekannt geworden als Paradebeispiel für Steuerverschwendung – wird nach zwölf Jahren wieder abgebaut. Am Abend des 25. Januar werden Mitarbeiter der Firma Wall (Nachfolgerin von JCDecaux, Städtereklame) die Ver- und Entsorgungsleitungen kappen. Ein Kran hebt das „Örtchen“ anschließend auf einen Tieflader.

Die Kosten für Demontage und Abtransport darf die Stadt Ahrensburg bezahlen - rund 8 000 Euro. Mit dem grünen Häuschen ist die Stadt nie auf einen grünen Zweig gekommen. Rund eine halbe Million Euro musste Ahrensburg für Miete und Wartung seit 2006 bezahlen, dazu kamen rund 18 000 Euro für Strom, Wasser und Abwasser. Auf der Einnahmenseite standen magere 7 000 Euro. Bei einer Benutzungsgebühr von 50 Cent wurde somit jeder Toilettengang auf dem vollautomatischen WC mit 30 Euro subventioniert. Für die Statistikfans: Täglich wurde das Klo von nur zwei Erwachsenen benutzt – für die Stadt Grund genug, den Mietvertrag fristgerecht zu kündigen.

Und nun? Einen Ersatz gibt es (noch) nicht. Ein möglicher Standort Große Straße wurde verworfen. In der Bücherei und im Rathaus gibt es während der Öffnungszeiten Gelegenheit, die Anlage im CCA ist nicht behindertengerecht. Bleibt das wenig einladende Örtchen am Busbahnhof. Vielleicht gibt es noch eine Alternative: Sollte die Tiefgarage Stormarnplatz jemals gebaut werden, könnte ein öffentliches WC gleich eingeplant werden. In zwei Jahren wäre es dann soweit.

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