zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 20:31 Uhr

Bad Oldesloe : Stadt an Neu-Mühle beteiligt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Wolkenwehe wird eine alte Windkraftanlage wird durch eine150 Meter hohe 3-MW-Anlage ersetzt. Mit 13 Prozent sind die Stadtwerke an der 4,8-Millionen-Investition beteiligt.

Die Stadt Bad Oldesloe steigt über die Stadtwerke groß in die Windenergiebranche ein. In Wolkenwehe wird für 4,8 Millionen Euro eine neue Windkraftanlage mit drei Megawatt Leistung gebaut. Eigentümer und Betreiber der Anlage wird die Stormarn Wind Energie GmbH Wolkenwehe & Co. KG. Daran sind die Stadtwerke mit rund 13 Prozent beteiligt.

Die Planungen haben eine jahrelange Vorgeschichte. „Das ist alles hochkompliziert“, räumt Wilfried Janson, Grüne, Vorsitzender des Umweltausschusses ein. Die Landesregierung wollte die Regionalplanung und darüber auch die Möglichkeiten, Windkraftanlagen aufstellen zu können, ändern. Vorrangflächen hat die Stadt nicht, sie hätte lediglich über das Beteiligungsverfahren eine Stellungnahme abgeben können. Ausgang ungewiss. Und obendrein wurden sich die Politiker nicht wirklich einig. Die CDU befürwortete im Jahr 2011 Mühlen im Südosten der Stadt. Die SPD hielt das aus verschiedenen Gründen für unrealistisch. Also gab die Stadt keine Stellungnahme ab, denn zum damaligen Zeitpunkt war in den Plänen für Oldesloe explizit noch eine Sonderregelung bezüglich der Möglichkeit, die beiden alten Mühlen in Wolkenwehe zu erneuern, vorgesehen. Diese Ausnahme wurde ohne Vorankündigung gestrichen. Ein Rückschlag für die Oldesloer Klimaziele. Aller Protest half nicht, es blieb nur die Möglichkeit des sogenannten Repowerings: Zwei Mühlen werden abgerissen, dann darf eine neue (leistungsfähigere) gebaut werden.

An der Stelle kommen die Stadtwerke ins Spiel. Die haben noch eine Uralt-Mühle mit 80 kW in Neufresenburg. Die sowie eine der beiden Wolkenweher Mühlen kommen weg, dafür darf eine neue Anlage bebaut werden. Die Leistung wird von 580 kW auf 3 MW gesteigert. Aus dem Verhältnis der Leistung der beiden alten Anlagen zueinander ergibt sich der Anteil der Stadtwerke an der Gesellschaft.

Jetzt wurde mit dem Bau begonnen: Die Bagger rollten an, um zunächst die Zuwegung zum neuen Standort der Windkraftanlage herzustellen. Anschließend werden das Fundament für den 99 m hohen Turm und die Leitungsanschlüsse gebaut. Mit Rotoren wird ein Höhe von 150 Metern erreicht.

Die Zeit drängt, denn vom Anschlusstermin hängt die Höhe der zukünftigen Vergütung ab. Die Investoren hoffen, dass das Wetter mitspielt und der Windspargel im Frühjahr fertig ist.

Die neue Windkraftanlage wird jährlich etwa sieben Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Das deckt den Strombedarf von rund 2000 Vier-Personen-Haushalten oder 7,5 Prozent des gesamten Strombedarfs in der Stadt ab – klimaneutral!

Bevor die Windkraftanlage genehmigt werden konnte, mussten noch einige Hürden genommen werden. Die Anlage darf nur mit Auflagen betrieben werden. So muss die Mühle beispielsweise im Sommer von einer Stunde vor bis einer Stunde nach Sonnenaufgang zum Schutz von Fledermäusen abgeschaltet werden. Auch auf den Rotmilan ist Rücksicht zu nehmen.

„Der Neubau ist mehrere Hundert Meter weiter weg von Oldesloe, dichter an der Autobahn. Das ist gut für die Menschen“, lobt Wilfried Janson. Auch die Nabenhöhe von 99 Metern bewertet er positiv. „135 Meter Höhe hätten zwar wesentlich mehr Ertrag gebracht, aber dann hätten die Abstände nicht mehr gepasst. So ist es nicht ganz so Landschaftsbild prägend“, findet der Grünen-Politiker.

Durch die Beteiligung der Stadtwerke profitieren indirekt auch die Bürger der Stadt Bad Oldesloe vom wirtschaftlichen Erfolg der neuen Windkraftanlage.

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 26.Nov.2015 | 18:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen