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Aus dem Amtsgericht : SS-Symbole und Beleidigungen kosten 240 Euro Geldbuße

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

48-jähriger Trittauer in Ahrensburg wegen Beleidigung und Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen verurteilt.

Erneut muss sich Winfried K. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Ahrensburg verantworten. Der 48-jährige Trittauer ist wegen Beleidigung und Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen angeklagt. Der Streit mit einem Nachbarn im Mehrfamilienhaus war so eskaliert, dass K. den Hitlergruß gezeigt und seinen Kontrahenten beleidigt hatte.

„Kanake, Asylant, Spacko und Drecksau“ soll er den tituliert haben, so zitiert ihn die Staatsanwältin. Außerdem habe K. laut gewünscht, dass es die SS wieder geben möge. In seiner Wohnung seien zudem Springerstiefel und ein Baseballschläger gefunden worden. „Ich hatte Morddrohungen bekommen und wollte mich damit verteidigen“, sagt Winfried K. Sein Hitlergruß sei nicht ernst gemeint gewesen, ihm sei nur der Kragen geplatzt.

Bereits im vergangenen April war in der Sache verhandelt worden, damals endete es mit einer Arbeitsauflage von 40 Stunden für K. Doch die hat er seitdem nicht geleistet. Wortreich erklärt er jetzt dem Richter, dass er dazu nicht in der Lage gewesen sei, „Die Pflege meiner schwerbehinderten Tochter überfordert mich körperlich“, entschuldigt er sich und geht in die Offensive: „Wo sind meine Zeugen, meine Frau und die Polizisten?“ Der Prozess gegen ihn sei deshalb unfair.

„Sie hatten doch damals über ihren Anwalt die Vorwürfe zugegeben“, entgegnet der Richter. Deshalb sei das Verfahren ja im April vorläufig eingestellt worden. Das Gesetz verstehe in dieser Sache keinen Spaß. „Ich hätte die Stunden ja später gemacht, aber dann kam schon die Ladung“, sagt der Angeklagte. Der Richter will ihm eine Chance geben und bietet ersatzweise eine Geldauflage an.

„Eine Geldstrafe wäre mir lieber, wenn sie auch schmerzhaft ist“, sagt der Angeklagte, der zurzeit vom Pflegegeld lebt. So verhängt der Richter schließlich eine Geldbuße von 240 Euro, die in sechs Raten gezahlt werden kann. „Wenn sie die nicht bezahlen, sehen wir uns hier wieder“, ermahnt ihn die Staatsanwältin.

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