Spurensuche im Marstall

Sammelt Spuren auf alten Tüchern: Ursula Freitag.
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Sammelt Spuren auf alten Tüchern: Ursula Freitag.

Ahrensburger Sommerwerkstatt öffnet Tore: Künstlerinnen zeigen ihre Werke

shz.de von
18. Juni 2014, 11:57 Uhr

Die Sommerwerkstatt im Marstall, an der 17 Künstlerinnen der Region teilnehmen, beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Thema „Spuren“. Und sehr interessant ist zu sehen, wie die Künstlerinnen sich auf ganz verschiedene Weise dem Thema nähern. „Die einen nehmen es wörtlich, die anderen im übertragenden Sinne“, sagt Erika Kokott, eine der Organisatorinnen. Kokott verwendet alte Kartons, um sie neu zu tapezieren. Ahrensburger Spuren sammelt Ursula Freitag auf Tüchern, die sie vorher in der Elbe getränkt hat und teilweise mit Gips oder Farben vorbehandelt hat. Jetzt liegen sie vor der Tür, bekommen Regen, Sonne und Staub ab – eben Ahrensburger Spuren.

Maja Labahn illustriert eine Bilderserie, die Vergänglichkeit zum Thema hat. Gezeigt wird, welche Spuren die Zeit hinterlässt. Figuren aus Ton gestaltet Susanne Rönn: „Die zeigen Spuren von Völlerei, Kampfsport und Alter.“ Wie die anderen Künstlerinnen auch, liebt sie das konzentrierte Arbeiten über mehrere Tage an einem Thema. Denn die Veranstaltung läuft im 16. Jahr und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit bei den Akteuren, aber auch den Besuchern.

„Man kann neue Techniken kennenlernen, experimentieren, sich austauschen“, sagt Gabriele Zuther, Mitorganisatorin. Sie verewigt Reiseerinnerungen, die sie zuvor in Prag oder Cuxhaven mit spezieller Kreide abfrottiert hat und nun verarbeitet. Karla Pelzer, deren Idee die Sommerwerkstatt vor Jahren einmal war, verarbeit ihre Unterlage, eine Acrylfarbe weiter, die sie ständig übermalt. Ebenso hat sie ein altes Madonnenbild übermalt, um später altes wieder „hervorzuholen“.

Ala von Kraft presst Blumen auf handgeschöpftes Papier und schaut, welche Spuren übrig bleiben. Kritisch geht die Töpferin Katrin Schober das Thema an. „Ich produziere eine ganze Horde Menschen, die ihren Müll hinterlassen“, erklärt sie. Die Menschen sind aus Steinzeug, entstehen vor Ort an der Drehscheibe. Den Müll will sie über die Woche der Veranstaltung sammeln und auftürmen: „Dann stellen wir uns alle drum herum und überlegen, ob das sein musste“, kündigt sie an.

Die Künstlerinnen arbeiten die ganze Woche über an ihren Werken und freuen sich am kommenden Wochenende auf viele Besucher bei der Präsentation.


Sonnabend, 21. Juni, ist der Marstall von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 22. Juni, von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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