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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 09:57 Uhr

Spinner, Spanner und kahlgefressene Bäume

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 20:30 Uhr

„Immer wieder rufen besorgte Bürger in den Rathäusern an, dass an der Südgrenze Stormarns angeblich Eichenprozessionsspinner gefunden wurden“, sagt Dr. Petra Ludwig-Sidow
von der Nabu-Gruppe Ammersbek. Aus anderen Bundesländern gibt es die Schreckensmeldungen von kahlgefressenen Eichenwäldern durch die Raupen des Eichprozessionsspinners.

Auch den Anrufern waren kahlgefressene Büsche und Baumkronen in Gärten, Wäldern und Parks aufgefallen. Besonders ins Auge fielen auch die von unzähligen weißen Gespinsten überzogenen Traubenkirschen in den Knicks, in denen lauter schwarz gefleckte, gelbliche Schmetterlingsraupen zuckten. „Inzwischen sind die Gespinstmotten geschlüpft, und das Raupengewimmel, das manch einer etwas angeekelt betrachtete, hat sich in weiße Nachtfalter verwandelt“, so Ludwig-Sidow.

In Ammersbek, Ahrensburg, Bargteheide und Umgebung seien bislang keine Eichenprozessionsspinner aufgetaucht. Hier seien es vor allem Grüne Eichenwickler und Frostspanner, die sich über die Bäume hergemacht hätten. „Sie baumeln Spaziergängern oft an Fäden vor der Nase, sind aber für den Menschen harmlos“, so die Ammersbekerin. Für den Prozessionsspinner gilt das nicht. Die Berührung der behaarten Raupen führt zu juckenden Hautquaddeln. Die Haare verursachen, wenn sie eingeatmet werden, Reizungen der Schleimhäute.

Allerdings sind auch in Ammersbek bereits erste Eichen abgestorben. „Wenn die Bäume mehrere Jahre hintereinander von Eichenwickler und Frostspanner kahlgefressen werden, haben sie nicht mehr genug Blattgrün, um ausreichend Nährstoffe bilden zu können“, sagt die Nabu-Frau.

Neben Raupen und Gespinsten fiel in diesem Jahr zudem ein weißlicher Überzug an Eichenblättern auf – Eichenmehltau. Der Pilz vermehrt sich bei Wärme und Trockenheit besonders gut, so dass er vom schönen Sommer profitiert hat. Mehltau ist für den Menschen ungefährlich, macht die Eichen aber anfällig für Fressfeinde.

„Mehltaupilze und eine massenhafte Vermehrung von Insekten sind zwar natürliche Phänomene, sie werden aber durch den Menschen befördert“, sagt Thomas Behrends vom Nabu Schleswig-Holstein. Forstmonokulturen, Wetterextreme und Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft schädigten die Abwehr der Bäume, und Pestiziden schadeten den natürlichen Feinden der Wickler, Spanner und Spinner, den Vögeln.

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