Bad Oldesloe : Spiel mit dem Feuer

Feuer, Reifen und viel Schaum.
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Feuer, Reifen und viel Schaum.

Glückwunsch Minimax: Das Brandschutz-Forschungszentrum in Bad Oldesloe besteht seit nunmehr 50 Jahren. Aber was passiert da eigentlich?

shz.de von
12. Juli 2018, 17:09 Uhr

Feuer und Rauch – nicht ungewöhnlich in Bad Oldesloe. Seit 50 Jahren betreibt Minimax hier sein Brandschutz-Forschungszentrum – eines der wenigen privaten in Deutschland und das größte seiner Art in Europa. Minimax war das erste Unternehmen in Deutschland, das sich entschied, mit einem eigenen Forschungszentrum Kompetenz in der Entwicklung von Brandschutzlösungen aufzubauen. Was bis heute ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur ist.


Brandtests für alle denkbaren Szenarien
Das Forschungszentrum ermöglicht jährlich bis zu 150 Brandversuche. Das Aufgabenspektrum reicht von Wirksamkeitsüberprüfungen, Verprobung von Kundenkonzepten, Ausbildung und der Validierung von Entwicklungsergebnissen bis zu internationale Produktzulassungen. Dazu braucht es auch ein Team aus akribischen Mitarbeitern, das an Lösungen feilt. Mehrere Bereiche stehen für die Tests

bereit: Eine große Brandhalle, ein kleiner Brandraum, Teststände für Sprinkler, Funkenlöschanlagen und IoT-Sprinklersysteme. Um Tests für alle denkbaren Szenarien darzustellen, sind zwei Deckenteile der 21 x 15 Meter großen Brandhalle separat zwischen zwei und 15 Meter Raumhöhe absenkbar.

Das Team verfolgt die Versuche, und auch im „Kino“, einem Besucherraum mit riesiger, feuerfester Glasfront kommt man dem Feuer gefahrlos nah. Die Besonderheit wurde 1997 gebaut. 1992 war eine Rauchgasreinigung installiert worden, Meilensteine der vergangenen Jahre waren der Neubau der großen Brandversuchshalle 2009 und die Einweihung des Funkenteststands 2015.

Klar begleiten auch viele spektakuläre und einzigartige Brandversuche die Geschichte der Forschungsstätte. Eines der größten Vorhaben war ein Forschungsprojekt zur Untersuchung von Brandstörfällen in Chemikalienlagern mit Ersatzstoffen. Dafür wurden historische Großbrandtests ausgewertet sowie Orientierungs- und Großbrandversuche mit und ohne Löschanlage durchgeführt. Insgesamt wurde dabei eine Brandenergie von 20 Megawatt freigesetzt.


Investitionen in die Zukunft
Zu den spannendsten Risiken gehören auch Versuche mit Papierrollen. Für den Test von ESFR-Sprinklern wurden je Versuch 80 Tonnen Papier benötigt, was einer Lagerhöhe von zehn Metern entspricht. Das schnellste Feuer entstand bei einem Versuch mit extrudiertem Polystyrol-Schaum. 18 Sekunden hat es von der Zündung bis zur Auslösung des ersten Sprinklers gedauert.

Zu Beginn ging es im Wesentlichen um Basiswissen zum Brandverhalten und dessen Beherrschung. Weil Brandschutz immer wichtiger wird, Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten sich im Laufe der Jahre verändert haben, investiert Minimax weiter sowohl in die Erweiterung der eigenen Fähigkeiten als auch in die technische Infrastruktur. Das beginnt bei Schutzkonzepten für technische Risiken wie Energiespeicherung bis hin zur Integration der Löschanlagen in Digitalisierungslösungen,

Die Minimax Viking Gruppe mit Hauptsitz in Bad Oldesloe erwirtschaftet heute einen Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit gut 8200 Mitarbeiter. Ob in Automobil- und Kraftwerken, Logistikzentren, Büro- und Verwaltungsgebäuden, Data- Centern oder auf Schiffen – wo Brandgefahren drohen, liefert Minimax maßgeschneiderte Lösungen und steht auch nach der Installation des Brandschutzsystems per umfassendem Serviceangebot zur Verfügung.


Web: www.minimax.com


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