Reinfeld : Spezialtraining mit „Touchdown“

Da hat es der Kleinere gegen den Größeren sichtlich schwer: Beim „Tackling“ darf gerempelt und der Gegner blockiert werden.
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Da hat es der Kleinere gegen den Größeren sichtlich schwer: Beim „Tackling“ darf gerempelt und der Gegner blockiert werden.

Die Schüler der Reinfelder KGS erleben die (in Deutschland) Randsportart „American Football“ hautnah – Vollkontakt inklusive. „Eine coole Idee“, finden die Schüler.

shz.de von
02. Juli 2015, 11:17 Uhr

„Quarterback“, „Center“, „Running Back“, „Touchdown“ oder „Wide Receiver“ – alles schon mal gehört. Aber wie funktioniert eigentlich American Football? Das lernten jetzt die achten Klassen der Immanuel-Kant-Schule (KGS) bei einem Spezialtraining auf dem Reinfelder Sportplatz. „Was in den USA schon lange zum Schulalltag gehört, fristet an deutschen Schulen oft ein Nischendasein“, sagt Andreas Waldowsky, stellvertretender Schulleiter. Das soll an der KGS anders werden.

„Flag Ball“ heißt die schulfreundliche Variante des American Football, bei dem die Verteidigung den ballführenden Angreifer stoppt, indem sie ein Fähnchen aus dem Gürtel zieht. Bisschen langweilig, so Achtklässler Jakob Finnern. Schließlich sei das „Tackling“ – das Rempeln oder Blocken des Gegners“ – ja gerade das Besondere und Spannende am Football. Um den harten Körperkontakt mit dem Gegner einmal auszuprobieren, gab es unter verschiedenen Übungsstationen auch eine „Tackling“-Einheit. Katrin Berger, Trainerin der Hamburg Blue Devilyns, sorgte dafür, dass alles vorschriftsmäßig ablief: Helm auf und die volle Schutzmontur an. Erst dann legten die Schüler los. Mal ausprobieren, ob man den Gegner mit den Armen einfach wegdrücken kann. Katrin Berger pfiff ab, wenn es zu hart zuging.

„Das ist nicht anstrengender als Fußball“, meint der 14-jährige Jan-Hendrik Hoch. Eine neue Sportart testen – das fanden die Jugendlichen durch die Bank eine „coole Idee“. „Für die Kids ist das wirklich ein Bonbon“, sagt Sportlehrerin Dana Zelenski. Zusammen mit ihren Kollegen Tobias Schmidt und Philipp Dohrendorf, der Football bei den Lübeck Cougars und für mehrere Bundesligaclubs spielte, sowie dem langjährigen Football-Schiedsrichter Joachim Schumacher hielt sie die Achtklässler ganz schön auf Trab. Hinlegen, schnell aufstehen, den Gegner „blocken“, den ovalen Football schnell werfen und annehmen , mit dem Lederei dem Gegner davonlaufen – die Jugendlichen wurden fünf Stunden lang gefordert.

Am Ende wurden Teams gebildet, um ein „echtes“ Football-Spiel zu absolvieren. Mit dabei natürlich der ovale Spielball, der durch seine Form gute Flugeigenschaften besitzt und beim Werfen perfekt in der Hand liegt. Eine Mannschaft verfolgt das Ziel, einen Ball in einer Serie von Spielzügen oder „Downs“ durch Läufe oder Pässe über das Spielfeld zu transportieren und in der gegnerischen Endzone abzulegen. Für das Ablegen des Balles in dieser Zone werden Punkte vergeben. Beim softeren Flag-Football ist ein Spielzug zu Ende, wenn dem Ballträger eine am Gürtel befestigte Flagge abgerissen wird.

Zelenski: „Die Schüler zeigten eine hohe Motivation. Auch die weniger Sportbegeisterten hatten viel Spaß.“ Und am Ende klappte es auch mit den unbekannten, zuerst etwas kompliziert erscheinenden Spielregeln.


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