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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 02:55 Uhr

SPD gewinnt, Grüne und Graue drin

vom

FDP verliert ein Mandat, CDU hält ihre Sitze, muss sich aber dennoch mit dem Attribut zweitstärkste Fraktion zufrieden geben

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Machtwechsel in der Schleusenstadt: Die SPD greift sich die angepeilte Mehrheit in der Brunsbütteler Ratsversammlung und kann das Wählervotum aus neun Wahlbezirken direkt für sich verbuchen. Die CDU bleibt bei acht Sitzen, schafft davon aber nur drei direkt zu gewinnen, fünf Plätze werden über die Liste geholt. Die FDP gibt ein Mandat ab und zieht mit zwei Vertretern in die Ratsversammlung, die am 19. Juni zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentritt. Erstmals dabei sind die Grünen mit gleich drei Ratsvertretern. Ebenfalls neu dabei ist die Wählergemeinschaft Graue Panter (WGP) mit einem Sitz. Nicht mehr angetreten war die Wählerinitiative für reelle Politik in Brunsbüttel. Die WIR hat sich aus der aktiven Stadtpolitik nach 20 Jahren zurückgezogen. Die Wahlbeteiligung lag gestern mit 42,53 Prozent um fast sieben Prozentpunkte unter der Kommunalwahl vor fünf Jahren.

"Das wird eine ganz bunte Ratsversammlung", stellt Andreas Wohlert fest. Der CDU-Mann trat auf der Südseite gegen Willi Malerius an und musste sich dem SPD-Mann in dessen angestammten Bezirk klar geschlagen geben. Über die Liste gehört Wohlert auch der neuen Ratsversammlung an. "Unser Ziel war natürlich, stärkste Fraktion zu werden", bekannte er. Immerhin, die Brunsbütteler Christdemokraten konnten gegenüber 2008 tatsächlich etwas zulegen, aber 0,69 Prozent genügten nicht. Am Ende standen im vorläufigen amtlichen Endergebnis 34,15 Prozent. Das sind 1550 Stimmen.

"Es war eine offene Wahl," sagt CDU-Ortsvorsitzender Olaf Hiel. Unterm Strich sei es kein schlechtes Ergebnis für die CDU, keinesfalls ein Debakel. "Vielleicht", überlegt Hiel, sei der Willen zu eiserner Sparpolitik nicht gut genug vermittelt worden. "Da hätten wir punkten können."

Die SPD, deren erklärtes Ziel es war, mit Karin Süfke als Bürgervorsteherin wieder den Vorsitz in der Ratsversammlung - mit 23 Mitgliedern eins weniger als bisher - zu übernehmen, konnte sich von der CDU absetzen. 39,3 Prozent (1785 Stimmen) nach Auszählung in allen 16 Wahllokalen sprechen eine deutliche Sprache. Vor fünf Jahren waren es 8,79 Prozent weniger, die SPD wurde nur zweitstärkste Kraft. Diesmal langt es zu zu neun statt acht Sitzen.

Der Erfolg habe eine lange Vorarbeit, macht SPD-Ortsvorsitzender Andre Mewes deutlich: "Wir haben einen guten, engagierten Wahlkampf geführt. Und dies fast seit Weihnachten."

Das unterstreicht Spitzenkandidatin Karin Süfke, die nun CDU-Ratsfrau Rita Audiger als Bürgervorsteherin ablösen wird. "Wir waren immer vor Ort", sagt sie und verweist als Beispiel auf den Einsatz für die Schleusen. Das sei nun honoriert worden. Allerdings sagt sie auch: "Ein Wermutstropfen ist die geringe Wahlbeteiligung." Ob die große Politik für Wählerverdruss gesorgt hat, darüber mag sie ebensowenig wie ihre Kollegen aus den anderen Parteien spekulieren. Sie richtet den Blick nach vorn, weiß, was angesichts zahlreicher Sachzwänge auf die Ratsversammlung zukommt: "Jetzt liegen fünf Jahre harter Arbeit vor uns."

Strahlende Gesichter bei den Grünen, die zum ersten Mal in Brunsbüttel antraten und gleich drei Sitze in der Ratsversammlung eroberten. "Von Null auf 11,17 Prozent - damit sind wir bestimmt zufrieden", sagt Daniela Meyer und sieht den Wahlslogan der der Grünen bestätigt: "Hier geht noch was." Dass neben ihr und Christian Barz mit Axel Conrad noch ein dritter Grüner einen Sitz bekommt, sei mehr als erwartet. "Mit zwei Sitzen hatten wir gerechnet." Und offenbar, so Barz, habe die Debatte um Castoren für aus Sellafield für das Brunsbütteler Zwischenlager nicht geschadet. Daniela Meyer verspricht: "Wir werden uns sehr engagieren."

Noch ein neues Gesicht in der Ratsversammlung ist Heinz Zindler von der Wählergemeinschaft Graue Panther. Die WGP kam auf 5,93 Prozent. Vor fünf Jahren fehlten den Grauen sieben Stimmen. Jetzt trat die WGP mit neuem Programm und neuen Leuten an. Und mit einer verjüngten Mannschaft. Zindler, der kurzzeitig sogar noch auf den Einzug seines Parteikollegen Ewald Kampa hoffen durfte, will Sachpolitik betreiben und sich nicht vorbehaltlos einer Fraktion anschließen. "Da müssen wir uns zusammenraufen."

Verlierer ist die FDP, die mit 9,43 Prozent fast 2,6 Prozent einbüßte - und damit nur noch zwei Sitze in der Ratsversammlung hat. Trotzdem sagt Oliver Kumbartzky: "Wir sind zufrieden." Denn die Brunsbütteler FDP stehe gegen den Bundestrend. Kreisweit sei es nach Wesselburen das zweitbeste Ergebnis. Nun gebe es zwar eine rot-grüne-Mehrheit in der Ratsversammlung. Aber in der Schleusenstadt sei es üblich, nicht in Blöcken zu denken, sondern sachbezogen Politik zu machen.

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