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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:40 Uhr

SPD fordert Ausbau der Beratungslandschaft

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kreis Steinburg | Wenige Tage vor den Kommunalwahlen zieht die Steinburger SPD eine positive Bilanz ihrer Arbeit im Kreistag - und schreibt dabei auch ein bisschen die Wahl des neuen Landrats auf ihr Konto. "Torsten Wendt ist engagiert, offen und fleißig. Offenkundig haben wir den Richtigen gefunden", bescheinigt Fraktionschef Rainer Naudiet dem Verwaltungschef einen guten Start.

Auch andere Entscheidungen seien auf Initiative der Sozialdemokraten oder zumindest mit maßgeblicher Unterstützung zustandegekommen. Abgeordnete Ilona Adamski nennt als Beispiel den gemeinsam mit der Stadt Itzehoe errichteten großen Streusalzsilo, der den Steinburgern im langen Winter sichere Straßen beschert habe. Keinen Hehl macht sie hingegen daraus, dass die SPD in Sachen Kreishaus eine andere Variante bevorzugt hätte. "Variante 2 wird wesentlich teurer", kritisiert Adamsky die Mehrheitsentscheidung im Kreistag. Gerüttelt werden soll daran aber auch nach der Wahl nicht mehr. Naudiet: "Wir halten uns an einmal gefasste Beschlüsse." Auch die schon in der Planungsphase eines Neubaus am Regionalen Bildungszentrum entstandenen Mehrkosten in Höhe von rund 800 000 Euro würden von der SPD mitgetragen.

Gerlinde Böttcher-Naudiet hingegen kündigt an, dass die SPD auch im neuen Kreistag wieder ihre Forderungen nach einem massiven Ausbau der Beratungslandschaft auf die Tagesordnung setzen werde. Mehr Geld für Pro Familia, eine unabhängige Pflegeberatung, ein hauptamtlicher Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, eine zusätzliche halbe Stelle für die Heimaufsicht, mehr Arbeitszeit für die Gleichstellungsbeauftragte und mehr Unterstützung für die Drogenberatung sind die Stichwörter. "Hier müssen unbedingt mehr Mittel fließen", betont die Abgeordnete den vielfach dringenden Bedarf. Was die Finanzierung betrifft, verwies Rainer Naudiet auf bevorstehende Haushaltsberatungen.

Sein Kollege Rudolf Riep will - jetzt auch unter einem neuen Landrat - vor allem die Kooperation mit den Nachbarkreisen wieder vorantreiben. Außerdem spricht sich der Horster für eine verstärkte Nutzung der Windenergie aus. Das Argument fehlender Netzkapazitäten lässt er nicht gelten: "Wenn man Brokdorf sofort abschaltet, sind genug freie Leitungen da." Die Energiewende vor Ort müsse endlich ernst genommen werden.

Nicht nur an diesem Beispiel machen die Genossen deutlich, dass nur Parteien auf vielen Ebenen - also auch in Land und Bund - aktiv werden könnten. Verbunden ist dies mit dem dezenten Hinweis auf erstmals zur Kreistagswahl auftretende neue Wählergemeinschaften, denen jegliche Bindungen an die "große Politik" fehlten. So betonte Riep, dass die Schaffung kostenloser Kindergartenplätze nach wie vor Gesamtziel seiner Partei sei. Zu erreichen sei dies allerdings nicht allein auf Kreisebene. Ähnliches gelte für die nachhaltige Finanzierung der Schulsozialarbeit und für das SPD-Ziel einer gebundenen Ganztagsschule. Wie sehr aus SPD-Sicht soziale Politik auch schon im Kleinen beginnt, machte Riep an einem weiteren Beispiel deutlich. So fordert seine Partei weiterhin den Einsatz eigener Reinigungskräfte im Kreishaus. "Es ist doch eine grundlegende Dummheit und nicht nachvollziehbar, wenn hier Fremdfirmen beschäftigt werden und deren Mitarbeiter anschließend Zuschüsse zum Lebensunterhalt bekommen müssen." Letztlich, so Böttcher-Naudiet, gehe es dabei auch um die Vorbeugung gegen eine drohende Altersarmut.

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