Spaziergänger entdecken Leiche am Elbstrand

shz.de von
15. September 2011, 03:59 Uhr

Brokdorf/Krempe | Grausiger Fund gestern Morgen am Elbstrand vor Brokdorf. Dort entdeckten Spaziergänger in Höhe des Freibades eine männliche Leiche. Kurz darauf nahmen Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei ihre Ermittlungen auf. Eine verlässliche Identifizierung des Toten war aufgrund fortgeschrittener Verwesung nicht möglich. Die Polizei vermutet aber, dass es sich bei der Wasserleiche um den seit Mitte März vermissten Tierarzt Dr. Jürgen Lensch aus Krempe handelt.

Wie berichtet, hatte der 85-jährige Wissenschaftler den Freitod gesucht und war von der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen in die kalte Elbe gesprungen. Prof. Dr. Dr. Lensch war am Abend des 16. März 2011 mit der Fähre zunächst von Glückstadt nach Wischhafen gefahren, dort aber nicht von Bord gegangen. Als die Fähre wieder in Glückstadt anlegte, war der Arzt verschwunden. Das Fährpersonal erinnerte sich an ein in Höhe des Hauptfahrwassers wahrgenommenes Geräusch und alarmierte die Polizei. Die Beamten fanden kurz darauf auf der Fähre eine Tasche mit persönlichen Gegenständen des Tierarztes, dessen Gehhilfen sowie einen Abschiedsbrief. Eine Rettungsaktion, an der sich auch ein Hubschrauber mit Suchscheinwerfer und Wärmebildkamera beteiligte, verlief damals ergebnislos.

Lensch hatte in seiner Heimatgemeinde als Landtierarzt praktiziert. Nebenbei war er 25 Jahre lang in Afrika, Lateinamerika, Asien und auf den Pazifischen Inseln als Berater und Gutachter für die tropische Tierhaltung unterwegs. 1992 gründete Lensch die "Yak-Kamel-Stiftung" - eine Tierstiftung, die sich wissenschaftlich mit dem im Hochland des Himalaya lebenden Yak und dem doppelhöckrigen Kamel aus den Wüstensteppen Zentralasiens beschäftigt. Drei Universitäten in Indien, China und der Mongolei hatten Lensch für seine zum Teil grundlegenden Erkenntnisse über diese Tiere eine Ehrenprofessur verliehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen