Spatenstich mit langer Verspätung

Endlich arbeiten: Wolfgang Weinschrod,  geschäftsführender Gesellschafter LEG-Mutter BIG, Michael Sarach und Klaus Göttsche.  Foto: rob
Endlich arbeiten: Wolfgang Weinschrod, geschäftsführender Gesellschafter LEG-Mutter BIG, Michael Sarach und Klaus Göttsche. Foto: rob

LEG und Bürgermeister gaben den offiziellen Startschuss für die Erschließung des Erlenhofs: Stormarns teuerstes Baugebiet

shz.de von
26. Juni 2013, 03:59 Uhr

Ahrensburg | Was lange währt, hätte manchmal auch besser werden können. Beim ersten Spatenstich für das Baugebiet Erlenhof Süd herrschte zwar Erleichterung und Vorfreude darüber, dass es endlich losgeht. Aber ohne ständige Hinweise auf die überaus lange Geschichte bis zur Aufstellung des B-Plans ging es nicht. Vermutlich war deshalb auch kein einziger Stadtverordneter zum Spatenstich erschienen: Sie wollten einfach nicht noch einmal daran erinnert werden.

Die Einladung angenommen hatte dagegen Ursula Pepper. Die ehemalige Bürgermeisterin hatte ihren ersten Wahlkampf 1998 schon mit dem Thema Erlenhof bestritten. Realisieren konnte sie das Projekt in zehn Jahren Amtszeit nicht: CDU und Grüne waren gegen eine Bebauung des Geländes. Erst das Damokles-Schwert von Millionen-Forderungen bereitete den Boden für ein Umdenken.

Umstritten blieb der Erlenhof aber. Die CDU-Fraktion wäre an der Frage fast zerbrochen. Heraus kam ein Kompromiss: Nicht mehr 360 Wohneinheiten auf einer Fläche von 27 Hektar, auf der locker 600 Wohneinheiten Platz gehabt hätten. "Es hat viel zu lange gedauert, und wir hätten verdichteter gebaut", sagte die Ex-Bürgermeisterin, "deshalb sind auch die Preise so hoch". Der Quadratmeter im Erlenhof kostet zwischen 320 und 340 Euro, ein 400 qm großes Grundstück schlägt mit 127 000 Euro zu Buche. "Da staune ich auch", sagt der Vorsitzender des Stormarner Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Stefan Leutelt, "das ist doch ein gewaltiger Sprung gegenüber den Preisen im Gartenholz oder im Reesenbüttel."

Dem Kundeninteresse hat das bisher nicht geschadet. Ohne Marketing-Anstrengungen sind 47 der 62 Einzel- und acht Doppelhaus-Grundstücke im ersten Bauabschnitt verkauft, davon 20 an Ahrensburger und 19 an Hamburger. Dabei wird sich die Erschließung bis November hinziehen, so dass kaum jemand vor 2014 wird einziehen können. ""Ahrensburg ist ein besonders begehrter Wohn-Standort. Viele der Käufer haben jahrelang auf diesen Tag gewartet", sagte Klaus Göttsche, der das Erlenhof-Projekt als LEG-Geschäftsführer 20 Jahre begleitete. 400 Hektar hatte die LEG damals im Portfolio. "Es ist alle bebaut bis auf den Erlenhof. Es ist das Projekt, das am längsten gedauert hat." Die LEG habe sich zwar "eine effektivere Planung" gewünscht, aber nun wolle man den Erlenhof "zu einem Schmuckstück entwickeln".

Verkaufen würden sich die Grundstücke ohne großzügige Grünanlagen. "Wir haben Nachfrage ohne Ende" sagt Bürgermeister Michael Sarach. Im Erlenhof werde Wohnraum geschaffen, der auch dringend benötigt werde. Auch wenn die nächsten Bauabschnitte in Erlenhof-Süd in den nächsten Jahren erschlossen werden, reicht die Zahl der Grundstücke kaum aus,. "Diese Stadt hat Potenzial zu wachsen", so Sarach, "und der Druck aus Hamburg nimmt ständig zu. Dem werden wir uns stellen müssen."

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