Spatenstich an der Synagoge

Mit Bagger und Schaufeln: Finanzministerin Monika Heinold, Kulturministerin Anke Spoorendonk , Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, Bundestagsabgeordnete Alexandra Dinges-Dierig und Leonid Gendelmann beim  ersten Spatenstich.
Mit Bagger und Schaufeln: Finanzministerin Monika Heinold, Kulturministerin Anke Spoorendonk , Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, Bundestagsabgeordnete Alexandra Dinges-Dierig und Leonid Gendelmann beim ersten Spatenstich.

2. Abschnitt der Sanierungsarbeiten eingeläutet / Millionen Euro für das historische Bauwerk

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08. Juli 2014, 17:48 Uhr

Anfang Mai 2014 hatte Bürgermeister Bernd Saxe, Schirmherr für die Sanierung der Lübecker Carlebach-Synagoge, mit dem Aufstellen des repräsentativen Baustellenschildes grünes Licht für die lange herbei ersehnte Baumaßnahme gegeben. Nach verbindlichen Zusagen von Landes- und Bundesregierung, der Lübecker Possehl-Stiftung und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung Lübeck sowie nach erfolgter öffentlicher Ausschreibung wird die eigentliche Sanierung nun beginnen.

Finanzministerin Monika Heinold und Kulturministerin Anke Spoorendonk haben Dienstag den 2. Abschnitt der Sanierungsarbeiten an der historischen Synagoge mit einem „Spatenstich“ offiziell eingeleitet. „Ich freue mich darüber, dass diese Gemeinschaftsleistung dazu führt, die in Schleswig-Holstein einzige vollständig erhaltene Synagoge aus dem 19. Jahrhundert dauerhaft in ihrem Bestand zu sichern und zu modernisieren. Damit setzen wir zusammen ein deutliches Zeichen, jüdisches Leben im Land zu stärken“, sagte Spoorendonk während der Feierstunde vor der Synagoge. Monika Heinold ergänzte: „Das Land ist sich seiner Verantwortung für die einzig erhaltene historische Synagoge im Land bewusst. Deshalb ist es richtig, eine Million Euro von den Zensusmitteln in die Sanierung dieses bedeutsamen Bauwerks zu investieren.“ Abschließend zitierte sie ein ein jüdisches Sprichwort: „Sei nicht weise in Worten, sondern in Taten.“ Und so sollen dann die Umbauten auch am 14. Juli beginnen. Nach über 130 Jahren ist eine Sanierung dringend erforderlich.

Die Jüdische Gemeinde hat sich nach langen Diskussionen entschlossen, die bestehende Fassade zu erhalten. Der Innenraum wird aber komplett erneuert, inklusive aller Leitungen. In einem ersten Schritt konnten 2,8 Millionen Euro der benötigten 3,6 Millionen Euro eingeworben werden. Eine Million Euro gibt das Land, 300 000 Euro kommen aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes, für die sich Gabriele Hiller-Ohm und Alexandra Dinges-Diering sich eingesetzt haben. Weitere 1,2 Millionen Euro stellen die Lübecker Stiftungen zur Verfügung, die Stadt Lübeck beteiligt sich nicht an der Finanzierung.

Mit den Investitionen werden die Grundmauern und damit die Statik des Gebäudes stabilisiert, die Sicherung absturzgefährdeter Bauteile vorgenommen, Feuchtigkeitsschäden behoben und Ringdrainagen um das Gebäude angelegt sowie die Ersatzsynagoge für die Bauphase hergerichtet.


Die Jüdische Gemeinde in Lübeck besteht heute aus 730 Mitgliedern, darunter viele Familien aus Osteuropa. Die Synagoge ist ihr religiöser aber auch sozialer Mittelpunkt.

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